Kinkels Woche: Von Trauer, Freude und einem Riesenrad

Kinkels Woche : Trauer und ausgelassene Freude - passt das zusammen?

Trauermonat November, Karneval, ein Riesenrad und Volleyballer, die gewinnen müssen – die Woche in der Lokalredaktion war wieder sehr spannend. Lesen Sie selbst.

Die Karnevalisten werden sich freuen: noch zweimal schlafen und es ist endlich wieder Fastelovend. Dürens neue Narrenherrscher sind am Freitagabend inthronisiert worden. Am Sonntag (15 Uhr, Haus der Stadt), startet der neue Kinderprinz Jan Niclas Frey in die fünfte Jahreszeit, bevor dann am Montag offiziell am Wirteltorplatz der Straßenkarneval eröffnet wird. Gleichzeitig ist der November aber auch ein Monat, der an viele traurige Ereignisse erinnert. Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag sind kirchliche November-Feiertage, am 2. November jährte sich die Allerseelenschlacht im Hürtgenwald zum 75. Mal, am 16. November gedenken die Menschen im Dürener Land der kompletten Zerstörung der beiden Städte Düren und Jülich. Und heute erinnern wir uns an die Reichspogromnacht am 9. November 1938. Passt das zusammen? Kann man in einem Monat Trauer und ausgelassener Freude gleichermaßen Raum geben? Die alte Dame im Seniorenheim, mit der ich in dieser Woche darüber gesprochen habe, war davon überzeugt, dass das funktioniert. „Beides hat im November seinen Platz“, hat sie gesagt. „Und man kann auch in Momenten großer Trauer lachen.“

Dass die Schüler der Krankenpflegeschule der LVR-Klinik – übrigens  ohne überredet werden zu müssen –, bereit sind, zusätzlich zu Schule und Ausbildung eine Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht vorzubereiten und an einem Samstagabend durchzuführen, ist aller Ehren wert. Es ist auf der anderen Seite aber erschreckend,

Dass die Schüler der Krankenpflegeschule der LVR-Klinik – übrigens  ohne überredet werden zu müssen –, bereit sind, zusätzlich zu Schule und Ausbildung eine Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht vorzubereiten und an einem Samstagabend durchzuführen, ist aller Ehren wert. Es ist auf der anderen Seite aber erschreckend, dass es auch aus Sicht der jungen Leute dringender denn je notwendig ist., die Erinnerungen an die Nazi-Zeit wachzuhalten. „Freiheit und Demokratie fallen nicht vom Himmel, hat Fabienne Wenning in dieser Woche gesagt. Dabei hatte die Krankenpflegeschülerin den Anschlag auf die Synagoge in Halle im Sinn und das grundsätzliche Erstarken rechtsextremer Tendenzen in unserer Gesellschaft. Leider hat die junge Frau Recht. Freiheit und Demokratie fallen nicht vom Himmel. Eher das Gegenteil ist der Fall: Wir müssen dafür arbeiten. Und dazu gehört beispielsweise auch, im Alltag klar Stellung zu beziehen – gegen Rassismus und für Toleranz.

Zum Schluss noch ein erfreulicheres Thema: Der Dürener Weihnachtsmarkt bekommt zwar in diesem Jahr weder Eisbahn noch Sternenhimmel, dafür aber ein 38 Meter hohes Riesenrad mit ganz viel Weihnachtsdekoration. Ob das wirklich ausreicht, um die Besucher bei dem ansonsten erfahrungsgemäß eher bescheidenen Weihnachtsmarkt-Angebot auf den Hoesch-Platz zu locken, bleibt abzuwarten. Zu wünschen ist es den Weihnachtsmarktbeschickern allemal.

Die Dürener Volleyball – auch das ist sehr erfreulich – haben ihr Pokalspiel gegen Lüneburg gewonnen und sich somit für das Achtelfinale qualifiziert. Heute Abend bestreitet das Team von Trainer Stefan Falter sein nächstes Ligaspiel – in Rottenburg. Das wollen Michael Andrei und Co. unbedingt gewinnen, auch um in der Bundesliga endlich auch einmal auswärts zu punkten.

Ihnen und Ihren Lieben wünsche ich wie immer an dieser Stelle ein schönes Wochenende – völlig egal, ob karnevalistisch oder nicht. Wie immer freue mich sehr auf Anregungen und Kritik. Schicken Sie mir doch einfach eine E-Mail!