Kinkels Woche: Von einem tollen Künstler, leckerem Essen und viel Eis

Kinkels Woche : Jamie Cullum und Chicken Tandoori

Jamie Cullum, Leonardo da Vinci, Fußball und Klimanotstand – die letzte Woche vor den Sommerferien war ziemlich spannend. Aber lesen Sie selbst!

Unkompliziert und völlig ohne Allüren – ich habe bei einem Konzert selten einen sympathischeren Künstler erlebt als Jamie Cullum bei der „Bühne unter Sternen“ auf Burg Nideggen. Nicht nur, dass der Mann ein hervorragender Sänger und Pianist ist, der es schaffe mehr als zwei Stunden nonstop ein großartiges Programm auf die Bühne zu zaubern. Cullum hat sich auch selbst immer wieder zurückgenommen, um seiner fünfköpfigen Band und den beiden Sängerinnen die Gelegenheit zu geben, zu zeigen, dass sie ebenfalls echte Könner sind. Spätestens als der kleine, äußerst quirlige Cullum dann passend zu „Just a Gigolo“ kurzerhand von der Bühne sprang und den direkten Kontakt zu seinen Fans suchte, war das Eis endgültig gebrochen. Als er wenig später die Menschen aufforderte, näher und direkt vor die Bühne zu kommen, war das vermutlich für die Sicherheitsleute beim Festival ein kurzer Schockmoment. Aber sie haben die Situation mit Bravour gemeistert, keinen Druck erzeugt, sehr wohl aber dafür gesorgt, dass die Rettungswege schnell wieder frei waren. Und so war das Konzert mit Jamie Cullum vermutlich für alle ein absolut unvergesslicher Abend. Auch für den Künstler übrigens, der vor dem Konzert ein Mini-Privatkonzert von den Zinnen der Burg gegeben, es gefilmt und flugs auf seiner Instagram-Seite gepostet hat.

Im Krankenhaus Düren kommt demnächst „Da Vinci“ zum Einsatz. Nein, der gute Leonardo ist nicht genau 500 Jahre nach seinem Tod wieder auferstanden, „Da Vinci“ heißt vielmehr der neue OP-Roboter mit dem zunächst die Dürener Gynäkologen und Urologen operieren werden. Die Vorteile eines OP-Roboters sind schnell erklärt: weniger Schmerzen, kleinere Wunden, schnellere Erholung und kürzere Krankenhausaufenthalte. Und nein, natürlich wird „Da Vinci“ nicht alleine auf die Patienten losgelassen. Auch bei OP-Robotern gilt, was bei allen Computern längst kein Geheimnis mehr ist: die tun nur das, was die Menschen ihnen sagen. So gesehen ist „Da Vinci“ ein hochtalentierter und supersensibler Befehlsempfänger. Und den hat sich irgendwie doch jeder schon einmal gewünscht.

Jamie Cullum begeisterte bei seinem Konzert in Nideggen – weil er ein herausragender Künstler und ein total sympathischer Mensch ist. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Man merkt Gürsel und Zeki Polat an, wie sehr sie an ihrem Verein hängen. Und auch die anderen Gründungs- und Vorstandsmitglieder des Türkischen SV identifizieren sich sehr mit dem Club, der in diesem Jahr 50 Jahre alt wird und der älteste türkische Fußballverein überhaupt in Nordrhein-Westfalen und der zweitälteste in ganz Deutschland war. Natürlich kann man trefflich darüber streiten, ob man 50 Jahre, nachdem ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland gekommen sind, immer noch einen türkischen Sportverein braucht. Oder ob es nicht eigentlich besser wäre, wenn Fußballer, völlig egal wo sie herkommen, sich in die Vereine integrieren, die es vor Ort sowieso schon gibt. Nach langen Gesprächen mit den Verantwortlichen des Türkischen SV bin ich überzeugt, dass beides geht. Man kann eigene Traditionen und Wurzeln pflegen und sich trotzdem als Teil der Gesellschaft verstehen, in der man eine neue Heimat gefunden hat. Und Bürgermeister Paul Larue hat Recht, wenn er in dem Zusammenhang darauf hinweist, dass deutsche Auswanderer auch genau das tun. Bestes Beispiel sind deutsche Karnevalsvereine im afrikanischen Namibia und Oktoberfeste in den USA.

Am Mittwoch war wieder Schlemmermarkt in der Stadt. Wir haben auch mit den Kollegen eine kleine Runde gedreht, und schon mittags war es ziemlich voll. Das Angebot ist aber auch wirklich verlockend. Die Kolleginnen hatten Kichererbsen-Linsen-Curry und Ananas-Curry (beides mit Reis), der Kollege Chicken Tandoori. Ich habe ein wirklich köstliches Steak-Baguette verspeist. Der Schlemmermarkt ist eine Bereicherung für die Stadt, auch wenn es stimmt, dass manche Sachen ziemlich teuer sind. Abends, so habe ich jedenfalls von mehreren Schlemmermarkt-Besuchern gehört, muss es zwischen den Ständen ziemlich viele Fliegen gegeben haben. Vermutlich hat die auch einfach nur der leckere Geruch angelockt….

Der Türkische SV feiert in diesen Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Der Kreis Düren hat die Klimanotlage ausgerufen, Langerwehe, Nörvenich und Kreuzau haben sich dagegen entschieden. In Langerwehe haben die Kommunalpolitiker vor allem bemängelt, dass der Antrag der Grünen zu wenig konkret und vor allem viel zu wenig auf die Belange der Töpfergemeinde bezogen sei. Deswegen wollen die Politiker aller Fraktionen sich nach den Ferien zusammensetzen, um konkrete Klimaziele für Langerwehe zu erarbeiten. Es gibt Menschen, die nennen das Ausrufen des Klimanotstands für eine Kommune Symbolpolitik, manche sprechen sogar von Aktionismus und Populismus. Das ist falsch. Das Ausrufen des Klimanotstands ist ein Bekenntnis. Wenn Verwaltungen ihr Tun stärker dahingehend untersuchen, ob es klimaschützend oder zumindest klimaschonend ist, ist das durchaus sinnvoll. Vor allem dann, wenn das mit Augenmaß geschieht und nicht dogmatisch.

Die Dürener Schulkinder sind am Freitag in sechs hoffentlich unbeschwerte Sommerferienwochen gestartet, und wir haben in der Lokalredaktion direkt und unmittelbar auch davon profitiert. Die älteste Tochter eines Kollegen aus dem Testosteron-Zimmer ist gleich nach der Schule mit ihrem Zeugnis (übrigens einer ganz hervorragenden Beurteilung mit lauter Zweien und ganz wenigen Dreien) in die Redaktion gekommen und hat dafür gesorgt, dass ALLE Kollegen ein leckeres Eis bekommen haben. Mich lässt das sehr froh in die neue Woche blicken. Der Kollege hat nämlich zwei weitere schulpflichtige Kinder. Und der andere Herr aus dem Testosteron-Zimmer ebenfalls. Vier Tage der Woche sind also eistechnisch gesichert. Und am Freitag ist „Tag des Himbeerkuchens“. Das passende Rezept habe ich schon ausgesucht. Läuft.

Ihnen wie immer ein schönes Wochenende. Lassen Sie es sich gut gehen. Bis nächsten Samstag.