Kinkels Woche: Von einem besonderen Projekt, Formel 1 und Pflaumenkochen

Kinkels Woche : Von einem besonderen Projekt, Rennautos und Pflaumenkuchen

Formel 1, ein besonderer Schrebergarten und Pflaumenkuchen – die Woche in der Lokalredaktion war wieder sehr abwechslungsreich. Und gekrönt von der Erkenntnis, dass es Menschen gibt, die nicht gerne Pflaumenkuchen essen. Aber lesen Sie selbst.

Die Idee von Lena Spies ist einfach, aber gut. Die 50-Jährige ist begeisterte Gärtnerin und war auf der Suche nach einem sozialen Projekt. Weil sie schon vor einigen Jahren mit dem Verein „In Via“, der Menschen in Wohnungsnot unterstützt, ein Frauencafé ins Leben gerufen hat, hat auch ihre neue Initiative mit Menschen zu tun, die nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen – und eben mit Gärtnern. Spies hat einen Schrebergarten gemietet, den sie für Männer, Frauen und Familien öffnen möchte, die sonst nie die Möglichkeit hätten, selbst angebautes Obst und Gemüse zu essen. Beim Anlegen des Gartens und dem Pflanzen der ersten Obstbäume und Gemüsepflanzen hat ihr ein Mann geholfen, der in einer Notschlafstelle lebt. Er ist fast jeden Tag in Lena Spies` Schrebergarten, jätet Unkraut, sammelt Kartoffelkäfer ein – tut eben das, was zu tun ist. Und es ist ihm gelungen, in der Zeit fast völlig auf Alkohol zu verzichten. Toll! Toll ist auch, dass Lena Spies bei ihrer Initiative so von dem Kleigartenverein, zu dem ihr Schrebergarten gehört, unterstützt wird. Es gab bei den anderen Mitgliedern keinerlei Vorbehalte, sondern nur Unterstützung.

Er war ein bisschen so was wie der „Mister Dürener Badesee“: Klaus Schüller. Nach 35 Jahren geht der 64-Jährige zum Ende der Badesaison Mitte September in den Ruhestand. Eigentlich suchte der diplomierte Sportlehrer damals eine Anstellung an einer Schule und bewarb sich bei der Stadt auf eine Stelle als Aufsichtskraft am See – aber eben nur, um die Zeit bis zum Lehrerjob zu überbrücken. Schnell aber fand er Gefallen an der Arbeit an der frischen Luft, an der Organisation des Badebetriebs und blieb an Bord. Übrigens war dieser Sommer aus Sicht des Badesees nur mittelmäßig. Rund 57.000 Menschen haben an „Dürens Adria“ eine Abkühlung gesorgt. In den vergangenen Jahren waren es schon einmal bis zu 80.000.

Zugegeben, ich bin kein großer Formel-1-Fan, aber ich habe mich in dieser Woche intensiv mit einem Rennauto auseinandergesetzt. Oder besser gesagt: mit dessen Farbe. Bei der Aboplus-Tour zur Firma CWS in Merken hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, einen Flaschenöffner mit bei CWS hergestelltem Pulverlack zu überziehen. In der Farbe „Red Bull Racing Blue“. Das hat Spaß gemacht, und der blaue Flaschenöffner kann sich wirklich sehen lassen. Am meisten hat sich aber Dieter Fücker über seinen neuen Öffner in Rennauto-Blau gefreut. Fücker hat vor 60 Jahren bei der Firma CWS eine Ausbildung zum Starkstromelektroniker begonnen – und damals einen ganz ähnlichen Kapselheber bekommen. „Es ist für mich sehr besonders, noch einmal in dieser Firma zu sein“, sagt er. „Plötzlich waren alle Erinnerungen wieder da. Und es ist beeindruckend zu sehen, wie sich diese Firma entwickelt hat.“

Düren ist am Wochenende im Mittelalter-Fieber, zum sechsten Mal findet in der kompletten Innenstadt und im Holzbendenpark der historische Annamarkt statt. Mit von der Partie ist auch Prinz Albert-Henri de Merode. Der spielt beim großen Festzug am Sonntag (14 Uhr) Kaiser Karl V., der im Jahr 1531 tatsächliche in Düren war, um der Reliquie der Heiligen Mutter Anna zu huldigen. Der 43-jährige Prinz ist davon überzeugt, dass es wichtig ist, seine Wurzeln und seine Geschichte zu kennen. Und er sagt, dass sich historische Ereignisse viel besser mit solchen Veranstaltungen wie dem Annamarkt vermitteln lassen als mit einem Geschichtsbuch. Damit hat er ohne Zweifel Recht.

Die Sommerferien sind vorbei, und auch unsere Redaktion ist wieder komplett. Zuletzt sind die beiden Herren aus dem Testosteron-Zimmer wieder aus dem Urlaub zurückgekehrt. Der eine berichtete von seinem neuen, riesigen Grill (von dem ich hoffe, dass mein Mann ihn vorläufig nicht zu Gesicht bekommt), der andere vom neuen Kinderzimmer seiner Tochter. Klar, dass so viel Wiedersehensfreude mit Kuchen gefeiert werden musste. Mit Pflaumenkuchen wegen des entsprechenden Gedenktages. Und mit Mandarinchen-Kuchen – weil es im Testosteronzimmer Menschen (ja, Männer sind Menschen) gibt, die keine Pflaumen mögen.

Ihnen und Ihren Lieben ein schönes, erholsames Wochenende. Genießen Sie es! Bis nächsten Samstag.

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