Kinkels Woche: Mit einer Liste auf die Dürener Annakirmes

Kinkels Woche : Von einer Liste, Lebensmitteln mit „Ä“ und einem wichtigen Projekt

Könnnen Sie sich vorstellen, warum es durchaus sinnvoll sein kann, mit einer To-Do-Liste auf den Kirmesplatz zu gehen? Oder warum Lebensmittel, die mit „Ä“ anfangen, durchaus ihre Tücken haben? Antworten auf beide Fragen gibt es in „Kinkels Woche“. Aber lesen Sie selbst.

Schausteller, die gegen die Stadt Düren klagen, weil sie keinen Standplatz bekommen haben, ein Riesenrad, das nicht da steht, wo es für eine tolle Kirmes-Skyline sorgt, und eine Toiletten-Anlage, die zu einem echten Bruch der Budenstadt auf dem Annakirmesplatz sorgt – sind es wirklich diese Dinge, die  uns in Erinnerung geblieben sind, wenn wir in gut einem halben Jahr wieder anfangen, über die Kirmes zu erzählen und uns auf den 25. Juli 2020 freuen, wenn der Rummel endlich wieder los geht? Es stimmt, die dauernden Kirmesklagen sind nervig, die Toilettenanlage war ein total unansehnlicher Fremdkörper und das Riesenrad gehört an eine deutlich exponiertere Position auf dem Platz – weil es eben irgendwie doch das Wahrzeichen des Dürener Rummels ist. Und trotzdem: Die Dürener lieben ihre Kirmes, das war deutlich zu sehen. Sie haben sich gefreut, dass mit dem „Octopussy“ endlich wieder ihr Lieblingskarussell da war, und sie haben sich – wie immer – mit all den Menschen getroffen, die man eigentlich nur auf der Kirmes sieht. Bürgermeister Paul Larue hat es beim Gästetag ganz richtig formuliert: „Zweimal im Jahr kommt der Dürener auf jeden Fall nach Hause – zur Annakirmes und Karneval.“ Schön ist in dem Zusammenhang, dass offenbar auch die Schausteller eine hohe Bindung zur Annakirmes spüren. Viele waren beim Schausteller-Gottesdienst im Rahmen der Oktav. Und an vielen Geschäften gab es das Logo der Annakirmes. Und bei allem (berechtigten) Grund zu Kritik war die Annakirmes eben auch das, was sie immer ist: ein Ort, um das Kirmesflair zu genießen, ein Ort, um viele nette Menschen zu treffen, einfach ein Ort, um Spaß zu haben. Und daran wird sich – hoffentlich – auch im nächsten Jahr nichts ändern.

Ich bin da übrigens total bei der kleinen Anna, die sich für ihren Kirmesbesuch einen Wunschzettel gemacht hat. Oder besser eine To-do-Liste, die unbedingt und selbstverständlich komplett abgearbeitet werden musste. Tüten-Angeln stand drauf, Geisterbahn fahren, Riesenrad, Crepes mit Nuss-Nougat-Creme und Autoscooter. Unter anderem. Die ganze Liste zu wiederholen, würde entschieden zu weit gehen. Hinter jedem Punkt auf ihrer Liste hatte Anna ein Kästchen gemalt – zum Abhaken. Ganz ehrlich? Ich finde das super und ärgere mich, dass mir so etwas noch nicht eingefallen ist. So eine Liste würde helfen, dass ich eben aus Versehen nicht ohne eine Portion Reibekuchen vom Kirmesplatz gehe. Zum Glück kommen ja noch zwei Kirmestage. Und ich bin bestens vorbereitet.

Apropos Kirmes: Natürlich habe ich mit meinen Kollegen aus dem Testosteron-Zimmer, deren Frauen und meinem Mann auch eine – ausgedehnte – Runde über die Kirmes gedreht. Es hat nicht lange gedauert, bis es zu echten Verbrüderungsszenen zwischen meinem Mann und meinen Kollegen gekommen ist. Natürlich auf meine Kosten, aber das muss ich wohl nicht extra erwähnen. Mein Mann behauptete, ich könne keine Kartoffeln kochen, überhaupt könne ich gar nichts zubereiten, was mit „Ä“ wie „Ääpel“ (Kartoffel aus Platt) anfangen würde. Kurze Zeit später hatte ich den Spitznamen „Tante Ääpelschlat“ weg. Tja, aber Rache ist ja bekanntermaßen süß, oder in diesem Fall besser herzhaft. Denn am Tag des Pfannkuchens im September serviere ich einfach etwas völlig anderes. Ääzesupp oder so.

Es gibt Menschen, die gehen mit einer Liste auf den Rummelplatz – und das macht durchaus Sinn. Foto: ZVA/Jörg Abels

Ganz anderes Thema: Es ist ziemlich genau vier Jahre her, als der Dürener Bürgermeister Paul Larue und sein Langerweher Amtskollege Heinrich Göbbels (beide CDU) zwischen Düren und Langerwehe ein interkommunales Gewerbegebiet entwickeln wollten – ungefähr dort, wo jetzt Langerwehe und Inden ein gemeinsames Industriegebiet planen. Die Kooperation zwischen der Töpfergemeinde und der Rurstadt ist längst Geschichte. Mit Inden, davon ist jedenfalls Heinrich Göbbels überzeugt, wird die Realisierung des Gebietes gelingen. Die Zusammenarbeit der beiden Kommunen sei „absolut auf Augenhöhe“, die betroffenen Ämter würden „sehr gut harmonieren“. Hoffentlich hat Göbbels Recht. Gerade vor dem Hintergrund des Strukturwandels brauchen Langerwehe und Inden das neue Industriegebiet mit vielen neuen Arbeitsplätzen – dringend und zeitnah.

Ihnen und Ihren Lieben wünsche ich ein schönes Wochenende – genießen Sie die letzten beiden Kirmestage für dieses Jahr und feuern Sie Ihre gelbes Plastik-Renntier heute beim 12. Dürener Entenrennen an! Viel Spaß.