Kinkels Woche: Kirmes, Oktav und Müllwagen

Kinkels Woche : Von sieben Schlüsseln, der Annakirmes und einer besonderen Geburtstagsüberraschung

Düren ist im Kirmesfieber und die Autorin dieser Zeilen natürlich auch. Aber auch sonst war die Woche in der Lokalredaktion wieder sehr abwechslungsreich. Lesen Sie selbst!

Finden Sie auch, dass die vergangenen 356 Tage ziemlich hart waren? 356 Tage ohne Backfisch, Reibekuchen, Schießbude und Riesenradfahren? 356 Tage ohne die alten Schulfreunde, die man nur auf dem Rummel sieht. 356 Tage ohne Lose, Entenangeln und Weltmeisterschaft im Kirschkern-Weitspucken – endlich ist wieder Annakirmes! Für mich müssen ja bei einer perfekten Rummelrunde einige Kriterien auf jeden Fall erfüllt sein: Ich brauche unbedingt eine Bratwurst, einen Reibekuchen mit Apfelmus, eine Runde Riesenrad und nette Leute. Daran, dass es im Vorfeld der Kirmes schon wieder Klagen von Schaustellern gegeben hat, haben die Kirmesfreunde sich mittlerweile schon gewöhnt. Darüber, dass in diesem Jahr wieder der beliebte „Octopussy“ auf der Annakirmes steht, freuen sich viele. Und auch, dass es nun doch noch gelungen ist, Pendelbusse einzurichten, ist eine gute Nachricht. Einer schönen Kirmeswoche steht also nichts im Wege.

Apropos Kirmes: Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob der Dürener Rummel nachhaltig oder eher eine Umweltkatastrophe ist? Klar, wenn innerhalb von neun Tagen knapp eine Million Menschen zusammenkommen, kann das für die Natur nicht wirklich ein Zuckerschlecken sein. Und ja: Die Kirmesbesucher produzieren in einer Woche 50 Tonnen Müll. Der Stromverbrauch gleicht dem von 80 bis 100 Haushalten pro Jahr. Und trotzdem: Der Kirmesstrom ist Ökostrom, und viele Schausteller setzen längst auf verrottbares Geschirr und haben dem Plastik den Kampf angesagt. Sogar Oliver Krischer von den Grünen, die ja bekanntermaßen immer den ökologischen Zeigefinder heben, sagt, dass ein Kirmesbesuch absolut okay ist. Also denn, nichts wie hin zur Annakirmes!

Keine Kirmes ohne Annaoktav – dass es in den Düren den großen Rummel gibt, haben die Kirmesfreunde der langen Pilgertradition der Rurstadt, die weit ins Mittelalter reicht, zu verdanken. Rund um die vielen Gläubigen, die in die „Villa Duria“ gekommen sind, um an der Reliquie der Heiligen Mutter Anna zu beten, hat sich zunächst ein Krammarkt entwickelt, aus dem im Laufe der Jahrhunderte die Kirmes entstanden ist. Einer, der eng mit der Annaoktav verwoben ist, ist Gert Berbuir (55). Seit acht Jahren betreut der Maurermeister den Annaschschrein und ist Herr über die sieben Schlösser, die zu öffnen sind, um das Annahaupt herauszuholen. Und das ist gar nicht so einfach, schließlich sind die Schlösser uralt und fordern eine Sonderbehandlung. Berbuir will dieses Amt aber trotzdem nicht missen. Für ihn ist es das schönste Ehrenamt, das es gibt.

Endlich! Heute startet wieder die Annakirmes. Foto: ZVA/Jörg Abels

Dieter Powitz, Chef von Düren Kultur, hat in dieser Woche einen Jahresbericht für die sieben Kulturbetriebe vorgelegt, für die er verantwortlich ist. Einen Jahresbericht mit Fotos und kurzen Texten, die noch einmal an die unzähligen kulturellen Veranstaltungen des vergangenen Jahres erinnern. Aber auch einen Jahresbericht mit vielen Zahlen, die belegen, wie viele Menschen das Kulturangebot an der Rur in Anspruch genommen haben. Und die aufzeigen, wie viele Euro die Stadt für ihre Kultur ausgibt. Es ist gut, dass es diesen Bericht gibt. Und Dieter Powitz hat Recht, wenn er sagt, dass auch im Bereich Kultur Transparenz geboten ist, weil Kultur eben immer ein Zuschussgeschäft ist und öffentliche Mittel braucht.

Unsere zweite Sommertour ging am Mittwoch zum Dürener Servicebetrieb, und es war wirklich schön zu sehen, wie begeistert die Jungen und Mädchen von den verschiedenen Fahrzeugen vom Müllwagen bis zur großen Kehrmaschine waren. Es war aber mindestens genau so schön zu sehen, wie begeistert die Fahrer und damit Verantwortlichen dieser Fahrzeuge von ihrer Arbeit erzählt haben. Toll, was diese Männer für die Sauberkeit unserer Stadt leisten.

Ein Kollege hat in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag gefeiert und sich bei der Gelegenheit auch an seinen 50. erinnert. Damals sollte die Party um 19 Uhr beginnen, blöd nur, dass keine Gäste kamen. Niemand, obwohl alle vorher zugesagt hatten. Der Jubilar wurde immer nervöser, hat zigmal seine Einladung kontrolliert. Endlich, gegen 19.30 Uhr, kam die Festgemeinschaft an. Ein guter Freund des Kollegen hatte sich die Gästeliste erschlichen und mit allen, die eingeladen waren, einen kleinen Festzug zur Feierlocation organisiert. Toll, dass die Freunde so zusammengehalten und nichts verraten haben. Ach ja, und von dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Ihnen wünsche ich ein wunderschönes Wochenende und eine tolle Kirmeswoche. Wie immer freue ich mich auf Ihre Anregungen und Kritik. Bis nächsten Samstag!