Kinkels Woche: Johann Lafer, Blühstreifen und ein Abschiedskuchen

Kinkels Woche : Von einem Spitzenkoch, Kuchen und einem Paradies für Insekten

Hähnchen in Rotweinsauce, selbst gebackener Käsekuchen – nein, es ging in dieser Woche in der Lokalredaktion nicht nur ums Essen. Aber eben auch. Lesen Sie selbst!

Ich weiß nicht, ob ich Ihnen das schon einmal erzählt habe: Ich singe sehr gerne und meiner Meinung nach auch sehr gut, aber meine Kollegen (übrigens die im Testosteron-Zimmer wie auch die im Rosa Salon) sehen das anders. Immerhin hat man mir erlaubt, montags laut zu trällern. Bei der Constantia Birkesdorf wird seit 150 Jahren gesungen. Das ist ungewöhnlich, weil es immer häufiger Chöre gibt, die sich auflösen müssen, weil es immer weniger Mitglieder gibt. Das ist aber auch deswegen besonders, weil die Constantia damit einer der ältesten Vereine in Dürens größtem Stadtteil Birkesdorf ist. Als ich die Sänger bei ihrer Probe besucht habe, ist eins sehr schnell deutlich geworden: Die überwiegend älteren Herrschaften hatten sehr viel Spaß am gemeinsamen Singen. Die Stimmung war prächtig. Alle waren gut gelaunt. Und das ist doch überhaupt das wichtigste.

Dass an der Langerweher Hauptstraße viele Ladenlokale leer stehen und es zumindest im Augenblick nicht möglich ist, die Bedürfnisse für den täglichen Bedarf dort zu decken, ist offensichtlich. Und es ist verständlich, dass die Geschäftsleute, die es noch gibt, dringend eine Lösung fordern. Sie glauben, dass die komplizierte Parksituation an der Hauptstraße viele Kunden abschreckt. Und sie wünschen sich, dass die Aufenthaltsqualität im Zentrum der Töpfergemeinde deutlich besser wird. Die SPD/FDP-Fraktion im Gemeinderat hat jetzt beantragt, einen Masterplan-Prozess für die Hauptstraße zu initiieren. Das ist gut und richtig. Noch besser wäre allerdings, wenn alle im Rat der Gemeinde vertretenen Parteien, Bürgermeister, Verwaltung und die Verantwortlichen der Interessenvertretung „Pro Langerwehe“ an einem Strang zögem. Das Thema Hauptstraße ist viel zu wichtig, als dass es nur von einer politischen Fraktion behandelt werden sollte.

Am Freitag war „Tag des Rauchmelders“. Es ist fast bedauerlich, dass es so einen Gedenktag, den der Bundesfeuerwehrverband vor drei Jahren initiiert hat, überhaupt geben muss. Rauchmelder sind klein, fallen kaum auf, kosten wenig Geld, retten dafür aber im Ernstfall Leben. Kreisbrandmeister Karl Heinz Eismar hat berichtet, dass sich immer häufiger Menschen aufgrund der Alarmierung des Rauchmelders aus ihren brennenden Wohnungen hätten retten können, bevor die Feuerwehr am Brandort eingetroffen sei. Das ist deswegen so wichtig, weil in den Wohnungen heute deutlich mehr Kunststoff verarbeitet ist als noch vor einigen Jahren. Dadurch entstehen bei einem Brand gefährliche Dämpfe. Und die können im schlimmsten Fall sogar tödlich sein. Umso wichtiger, dass jeder in seiner Wohnung Rauchmelder anbringt.

Heinrich Esser aus Kelz und Thomas Neisse aus Erftstadt hatten eine super Idee. Die beiden Jung-Landwirte haben für 50 Cents pro Quadratmeter Blühstreifen vermietet – um Insekten einen besseren Lebensraum zu ermöglichen. Der Erfolg, den Esser und Neisse mit ihrer Aktion „Vielfaltaktivisten“ haben, ist enorm. In nur sieben Monaten haben 130 Menschen Patenschaften für 28.000 Quadratmeter Blühstreifen übernommen. Das ist so viel wie knapp fünf Fußballfelder. Und die Paten kommen längst nicht nur aus dem Kreis Düren. Sogar Menschen aus Kiel und vom Bodensee tun etwas für die Bienen in unserer Region.

Der Abschiedskuchen des Praktikanten sah nicht nur gut aus, er war auch sehr lecker. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Auch Spitzenkoch Johann Lafer hat etwas getan, und zwar das, was er am besten kann. Beim Dürener Schlemmermarkt am Mittwoch hat er mehr als zehn Stunden in einem Food Truck auf dem Markt gekocht: Melonen-Kaltschale mit Chili-Garnelen und Coq au vin, also Hähnchen in Rotwein-Sauce mit getrüffeltem Kartoffelpüree. Schon vor der Schlemmermarkt-Eröffnung um 12 Uhr war vor dem Truck des Sternekochs eine lange Schlange, und die sollte bis zum Abend irgendwie auch nicht kürzer werden. Die Menschen waren begeistert. Nicht nur, weil Huhn und Garnelen so lecker geschmeckt haben, sondern auch, weil Lafer sich für jeden Zeit genommen, unzählige Autogramme geschrieben und noch mehr Selfies mit sich hatmachen lassen. Und vielleicht auch, weil er erzählt hat, dass sein absolutes Leibgericht immer noch das Schnitzel seiner Mutter sei. „Die hat beim Schnitzel braten alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Aber es war trotzdem unglaublich lecker.“

Apropos lecker: Vor einer Woche war an dieser Stelle die Rede von unserem Praktikanten, der Probleme damit hatte, eine völlig normales Festnetztelefon zu bedienen. Was soll ich sagen? Backofen und Mixer kann er. Jedenfalls hatte der junge Mann bereits seinen letzten Tag bei uns in der Redaktion und hat zum Abschied Käsekuchen mitgebracht. Und der sah nicht nur richtig gut aus, er war auch sehr lecker. Vielen Dank nochmal!

Ihnen und Ihren Lieben wünsche ich an dieser Stelle ein wunderschönes Wochenende. Wir hören erst in 14 Tagen wieder von einander, ich mache eine Woche Urlaub. Bis dahin! Über Mails freue ich mich aber natürlich trotzdem!

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