Kinkels Woche: In der Lokalredaktion wird renoviert

Kinkels Woche : Wenn der Arbeitsplatz zur Großbaustelle wird

Der Kreis Düren bekommt mehr Buslinien als Köln und der Arbeitsplatz wird zur Baustelle – die Woche in der Lokalredaktion war wieder sehr abwechslungsreich. Aber lesen Sie selbst.

Der Kreis Düren rüstet auf – nein, keine Angst, es wird nicht gefährlich, es soll viel mehr ein Stück weit mehr klima­freundlicher werden. Zum einen steigt die Zahl der Buskilometer von 6,8 Millionen auf 8 Millionen. Damit hat der Kreis Düren mit 100 Buslinien mehr als Köln oder Aachen. In einem weiteren Schritt sollen im neu gegründeten Unternehmen Rurtalbus möglichst schnell neue Antriebsformen wie Strom und Wasserstoff nach vorne gebracht werden. Außerdem werden mehr als15 Millionen Euro in Schienennetz und Technik der Rurtalbahn investiert. Ob die Menschen in unserer ländlichen Region am Ende wirklich vermehrt den Öffentlichen Personennahverkehr nutzen, bleibt abzuwarten. Das Signal, dass der Kreis Düren, Rurtalbus und Rurtalbahn senden, ist allerdings richtig und wichtig. Denn eins ist klar: Die Bürger steigen nur dann auf Bus und Bahn um, wenn sie wirklich ein gutes und wirklich praxisnahes Angebot bekommen.

Pater Laurentius Englisch vom Franziskus-Kloster in Vossenack hat auch wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag nichts von seinem streitbaren Geist, seiner politischen Überzeugung und seiner großen Lebensfreude eingebüßt. Wenn man mit dem Maler, Bildhauer, Lehrer und Priester über seine Kunst spricht, ist das sehr schnell immer auch ein Gespräch über Politik, Gesellschaft und Klimaschutz, aber auch über Machtmissbruch in der Kirche und die Frage, warum Frauen eigentlich keine Priester werden dürfen. „Man darf sich diesen Themen nicht verschließen“, sagt Pater Laurentius. „Man muss sie angehen.“ Damit hat er ohne Zweifel Recht.

An den Rurtalwerkstätten ist in dieser Woche ein außergewöhnliches Projekt gestartet: In der Werkstatt für Menschen mit geistiger und psychischer Behinderung gibt es ein Übersetzungsbüro, in dem Texte in eine möglichst leichte und verständliche Sprache übersetzt werden. Dass das eine wichtige Sache ist, hat ein Satz gezeigt, den Dürens Erster Beigeordneter aus einem Merkblatt zum neuen Personalausweis zitiert hat: „Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik definiert im Rahmen der Einführung des neuen Personalausweises die Interoperabilitäts- und Sicherheitsstandards für den Ausweis selbst sowie weitere Systemkomponenten.“ Total klar, oder? Leichte Sprache ist nicht nur für Menschen mit einer Behinderung wichtig. Sie macht allen das Leben angenehmer. Kommuniktation ist immer dann gelungen, wenn alle Gesprächspartner einander verstehen. Für eine komplizierte, gar unverständliche Sprache gibt es überhaupt keinen Grund.

Im Testosteron-Zimmer und im Rosa Salon finden im Augenblick größere Renovierungsarbeiten statt– wir bekommen einen neuen Teppichboden und frische Farbe an die Wände. Und nein, die Wände im Rosa Salon bekommen keinen leicht pinkfarbenen Anstrich, sie werden weiß, wie alle anderen Wände in der Lokalredaktion auch. Schön sind Krach, Dreck und Unordnung im Augenblick nicht gerade, aber das Ergebnis wird umso schöner. Beim nächsten Mal zeige ich Ihnen ein Foto. Bis nächsten Samstag!