Vossenack/Gey: Kinder über drei Jahren suchen einen freien Platz

Vossenack/Gey: Kinder über drei Jahren suchen einen freien Platz

Bei der Debatte um U 3-Kitaplätze seien die älteren Kinder etwas aus den Augen verloren worden, befürchtet Anja Thönnessen aus Raffelsbrand. Anders kann sie sich die betroffene Mutter nicht erklären, warum 14 Kinder über drei Jahren auf der Warteliste der Vossenacker Kita für das kommende Kindergartenjahr stehen.

„Ich finde es gut, wenn es genug U 3-Plätze gibt“, betont sie. Noch besser wäre es, wenn für alle Kinder ausreichend Plätze vor Ort vorhanden wären. „Wie sinnvoll ist diese Familienpolitik?“, fragt sie.

Aktuell biete der Kindergarten „Fatima“ in Vossenack in einer U 3-Gruppe (25 Kinder), einer Ü 3-Guppe (20) und einer integrativen Ü 3-Gruppe (15) Platz für 60 Kinder, erklärt Thomas Pick, Geschäftsführer der Trägerin „Profinos gGmbH“. Bereits heute sei die Kita überbelegt, vier zusätzliche Kinder seien aufgenommen worden. Für das kommende Kindergartenjahr werde die Gruppenstruktur mit Blick auf den U 3-Rechtsanspruch umgebaut, es wird zwei U 3-Gruppen und eine integrative Ü 3-Gruppe geben. Jede U 3-Gruppe müsse mindestens vier und könne maximal sechs Kinder unter drei Jahren aufnehmen, es liegen elf Anmeldungen vor. Pick habe Verständnis für die Situation der Eltern.

Die U 3- Gruppen würden daher je zwei Kinder mehr aufnehmen. Für die übrigen zehn Kinder, die weiter auf der Warteliste stehen, soll eine Lösung gefunden werden. Es sei denkbar, eine Bedarfsgruppe im Pfarrzentrum aufzumachen. Mit dem Kreisjugendamt und der Gemeinde werde es ein Gespräch geben, bei dem nach einer Lösung gesucht werden soll, kündigte Pick an. Vor einer Suche nach Lösungen stehen die Verantwortlichen nicht nur in Vossenack. In Gey beispielsweise stehen 97 Anmeldungen 90 Plätze gegenüber. Dort versucht die Gemeinde Hürtgenwald als Trägerin, eine Betreuung mit Tagesmüttern in gemeindeeigenen Räumen zu organisieren.

„Es ist ein generelles Problem, bedingt durch den Ausbau von Plätzen für Kinder unter drei Jahren“, hieß es auf Anfrage unserer Zeitung aus dem Kreishaus. Das Kreisjugendamt sei für 104 Einrichtungen zuständig, im Schnitt würden durch den Ausbau die Gruppen um fünf Plätze kleiner, sagte Sprecher Josef Kreutzer. Um Lösungen zu finden, würden in Kooperation mit den Kita-Trägern Provisorien beispielsweise in Pfarrheimen geschaffen. Auch vor Jahren geschlossene Gruppen sollen wieder eröffnet werden.

Die Planung für das Kindergartenjahr 2013/14 werden derzeit erarbeitet und sollen am 12. März im Jugendhilfeausschuss öffentlich vorgestellt und genehmigt werden.

(sj)
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