Düren: KG „Südinsulaner“ feiern Bestehen: Vom Wagnis zum großen Erfolg

Düren: KG „Südinsulaner“ feiern Bestehen: Vom Wagnis zum großen Erfolg

Wenn am Sonntag um 11.11 Uhr die närrischen „Südinsulaner“ im Haus der Stadt zum Festkommers bitten und ihr 6x11-jähriges Bestehen feiern, dann wird Sitzungspräsident Ralf Dauvermann mehr als einen Blick auf die Büttenredner „Jeck und Jeckchen“ werfen.

Sie stehen für das, was dem KG-Präsidenten wichtig ist: im Sitzungskarneval bevorzugt der Dürener Kräfte zu fördern und in diesem Idealfall auch noch den eigenen Nachwuchs. Zwölf und 15 Jahre sind das Geschwisterpaar Samantha und Bastian Nähle alt und gehören schon seit der Session 2013/14 fest zum Programm. „Nachwuchssorgen kennen wir nicht“, sagt Dauvermann und ergänzt: „Das läuft alles über Mundpropaganda. Es spricht sich herum, wenn Eltern den Eindruck haben, dass ihre Kinder bei uns im Verein gut aufgehoben sind.“

Dauvermann hat selbst mit neun Jahren im Birkesdorfer Karneval angefangen, war da der erste Kinderpräsident. Seit acht Jahren ist er bei den „Südinsulanern“, im 4. Jahr deren Präsident. „Über meine Frau bin ich in Düren-Süd gelandet“ — und hängen geblieben.

Sitzungskarneval, sagt Dauvermann mit fester Überzeugung, sei mehr als nur Entertainment, mehr als aneinandergereihte Acts. Vor allem sind sie ein Wagnis. Wer etwa ein sehr junges Büttenrednerpaar auf die Bühne schickt oder Bambini-Gruppen tanzen lässt, könnte auch scheitern.

„Die Mischung macht es“

In Düren-Süd ist das hingegen Programm. „Bei Jeck und Jeckchen feilen wir kräftig mit daran, damit das alles stimmig ist. Und wenn die Bambini-Garde auf die Bühne geht, begeistern die Drei- bis Fünfjährigen damit, mit welcher Freude sie dabei sind“, sagt Dauvermann. „Es geht bei uns nicht um ein einzelnes Detail — die Mischung macht es“ — für Dauvermann das entscheidende Kriterium für die Stimmung im Saal. Natürlich kauft die KG auch Kölner Kräfte ein, im Mittelpunkt stehen aber die eigenen Künstler. „Ich brauche keine Kölner Band, wenn ich Gruppen wie ‚Zollhuus‘ als Special-Act verpflichten kann“, sagt Dauvermann pragmatisch. Dabei gibt der Erfolg der KG recht. „Bei den Kindersitzungen wird der Zulauf immer größer, die großen Sitzungen sind ausverkauft“, freut sich Dauvermann.

Der karnevalistische Kaffeeklatsch für Senioren ist sowieso ein Selbstläufer. „Ich bin durch und durch ein Vereinsmensch“, sagt Dauvermann, der abseits des Karnevals im Birkesdorfer Blasorchester musiziert, im Fußball- und Schützenverein aktiv ist. „Wichtig ist es, Kinder für die Vereinsarbeit zu motivieren. Das führt automatisch dazu, dass man dann auch deren Eltern, Großeltern, Verwandte und Bekannte erreicht“, weiß Dauvermann. Genau das werde aber schwerer, weil die Ganztagsschulen Kindern nur noch wenig Freiraum lassen würden und die Vereine nur wenig Gelegenheit hätten, ihre Angebote direkt in den Schulen einzubringen. Das ärgert Dauvermann sichtlich. „Wir gehen zwar mit den Mariechen in die Klassen und haben da auch schon Aufführungen gemacht. Wir könnten aber zum Beispiel musikalische Früherziehung anbieten, dürfen das aber nicht.“ Die Ganztagsschulen für Vereine offener zu gestalten — mit diesem Wunsch dürfte Ralf Dauvermann nicht alleine stehen.

Das Credo Nachwuchsförderung ergänzt der Karnevalspräsident noch um einen weiteren Punkt. „Karneval ist vielfältig“, sagt er, also wollen wir in unseren Sitzungen auch zeigen, dass wir alle zusammen von Männerballett bis zu Büttenrednern, Aktiven- und Bambini-Garde ein großer Verein sind“ — mit dem man sich im Dürener Süden noch identifiziert.

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