Düren/Inden: Keine Pläne, den Braunkohlenplan Inden II zu ändern

Düren/Inden: Keine Pläne, den Braunkohlenplan Inden II zu ändern

Das NRW-Wirtschaftsministerium sieht nach Aussage des CDU-Landtagsabgeordneten Josef Wirtz keinen Grund, das Verfahren zur Änderung des Braunkohlenplans Inden II zu stoppen.

Dies hatte unter anderem die Stadt Düren als Reaktion auf den Erdrutsch am Concordia-See in Sachsen-Anhalt gefordert, bei dem drei Menschen ihr Leben verloren.

Der vom Wirtschaftsministerium bereits genehmigte Plan, der statt einer Erdverfüllung einen 1100 Hektar großen See im Tagebau Inden vorsieht, werde Anfang September im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht und damit rechtskräftig, wenn der Braunkohlenausschuss den letzten redaktionellen Hinweisen Ende August zustimmt.

Und daran hegt Josef Johann Schmitz (SPD), stellvertretender Vorsitzender des Gremiums, keine Zweifel. Dann bliebe der Stadt Düren, die die Restseelösung stets abgelehnt hat, nur der Weg der Klage übrig. Über diesen Schritt will der Stadtrat bereits am Dienstag im Rahmen einer Sondersitzung entscheiden.

Das Wirtschaftsministerium begründete auf Anfrage von Josef Wirtz seine Position damit, dass die Frage einer möglichen Übertragbarkeit der Situation in Sachsen-Anhalt aufs rheinische Revier sehr ernst genommen werde, mögliche Erkenntnisse zu den Ursachen des Unglücks von Nachterstedt aber nichts am Ziel des Indenseeplans ändern.

Darin sei festgelegt, dass die Standsicherheit der Restlochböschung während und nach der Wasserbefüllung gewährleistet sein muss. Mögliche Ursachen von Nachterstedt könnten immer noch in die künftigen Betriebspläne für den Tagebau Inden einfließen.

Im Übrigen teilte das Wirtschaftsministerium dem CDU-Politiker mit, dass die Ereignisse in Sachsen-Anhalt in keinem Zusammenhang zum laufenden Abbaubetrieb im mitteldeutschen Revier stehen und auch den Abbau im Rheinischen Revier nicht in Frage stellen.

Der bereits im Aufsichtsrat der Entwicklungsgesellschaft Indeland mündlich vorgetragene Bericht der NRW-Expertenkomission, die sich in Nachterstedt ein Bild von der Situation gemacht hat und eine Übertragbarkeit der dortigen Situation auf das Rheinland unter anderem aufgrund unterschiedlicher geologischer und hydrologischer Verhältnisse ausschließt, soll schriftlich bis zur nächsten Sitzung des Unterausschusses Bergbausicherheit des NRW-Landtages am 9. September vorliegen.

Anschließend soll er den Kommunen - wie gefordert - zur Verfügung gestellt werden.

Mehr von Aachener Zeitung