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Aachen/Merken: Keine Erinnerung mehr an Gesichter der Täter

Aachen/Merken : Keine Erinnerung mehr an Gesichter der Täter

Im Prozess um eine blutige Massenschlägerei vor der Merkener Diskothek „Thema” im August 2001 haben die beiden am schwersten verletzten Gäste vor Gericht bezeugt, sich nicht an die Gesichter der Täter erinnern zu können.

Einer der beiden Zeugen hat seit den schweren Kopfverletzungen und seiner Notoperation ohnehin generelle Erinnerungsstörungen.

Der andere Zeuge dagegen ist sich trotz seiner schweren Alkoholisierung in der Tatnacht und der Dunkelheit auf dem Parkplatz sicher, dass es die vier Angeklagten waren, die mit Baseballschlägern und ähnlichem bewaffnet auf brutalste Weise gegen die Meute vorgegangen waren.

So soll nach den Schilderungen des 25-Jährigen der Besitzer des Tanzlokals mit voller Wucht auf seinen Onkel eingetreten haben, obwohl der bereits mit aufgeschlagenem Schädel auf dem Boden gelegen habe: „Das war schockierend. Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen”.

Der Tretende habe so lange agieren können, bis er von hinten eine Flasche auf den Kopf bekommen habe und bewusstlos geworden sei. Als er sich kurze Zeit später wieder berappelt habe, sei er mit seinen beiden Türstehern auf ihn, den Zeugen, losgegangen. Einer der Türsteher sei ihm als besonders aggressiv aufgefallen, als Rädelsführer.

Wiederholt betonte der Zeuge aber auch: „Ich war besoffen. Es war dunkel. An Gesichter kann ich mich nicht erinnern. Aber das müssen die gemacht haben. Ich hab´ ja nicht meinen Kopf so lange gegen eine Wand gehauen, bis ich ins Koma gefallen bin.

Ich habe eine solche Wut auf diese Menschen. Ich hab´ oft mit dem Gedanken gespielt, das selbst zu regeln. Aber ich bin doch davon überzeugt, dass es besser ist, wenn das das Gericht macht.” Der Prozess geht weiter.