Lendersdorf: Kein freier Sitzplatz beim 43. Stiftungskonzert

Lendersdorf: Kein freier Sitzplatz beim 43. Stiftungskonzert

Die Aktiven des Jugendblasorchesters St. Michael Lendersdorf (JBO) hatten zu ihrem 43. Stiftungskonzert eingeladen — und schon allein deshalb gab es in der Rurtalhalle keinen einzigen freien Sitzplatz mehr.

In ihrem Heimatort feierten die JBO-Musiker von Stück zu Stück einen Triumph nach dem anderen. Denn dass das Orchester in seinem Heimort auf einen so starken Rückhalt bei seinen Mitmenschen rechnen kann, hat etwas mit der Qualität seiner Interpretationen zu tun.

Daran ließen es schon die Junioren des Nachwuchs-Orchesters nicht fehlen. Unter der Leitung des „großen“ Dirigenten Ralf Neumann entfalteten die Jungen und Mädchen den duftigen Zauber der „Morgenstimmung“ aus Edvard Griegs „Peer Gynt“ und zeigten mit „Rocky Top“ sicheres Gefühl für Rhythmus wie Klangfarben. Beim „Fluch der Karibik“ schließlich sorgten nach Piraten-Art aufgesetzte Kopftücher und Augenklappen auf dem Orchesterpodium für ein altersgemäßes spielerisches Moment.

Die erwachsenen „Kollegen“ des Nachwuchsensembles punkteten derweil mit der gesamten Bandbreite ihres ganz gewiss nicht schmalen Repertoires. Dabei wusste auch die JBO-Vorsitzende Anika Lemke ihren Heimvorteil klar zu nutzen — mit einem gefühlvollen Saxophonsolo bei „Over The Rainbow“ aus dem Erfolgsmusical „Der Zauberer von Oz“. Aber auch sonst konnten die Lendersdorfer sich hören lassen.

Mit so unterschiedlichen Werken wie je einem Glenn-Miller- und einem Simon & Garfunkel-Potpourri, dem satten Blechbläser-Charme von Ernst Moschs „Mondschein an der Eger“, dem effektreichen „Die Hexe und der Heilige“ oder einer Bearbeitung zu Jacques Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt“ bewiesen sie, dass sie auf vielen Gebieten zu Hause sind.

Für das Publikum in der Rurtalhalle war es jedes Mal wieder ein Fest. Die Gastgeber und ihr Dirigent dokumentierten ihre enorme Leistungsfähigkeit und ein sicheres Zusammenspiel bei der gemeinsamen Formung des Orchesterklangs. Viele Facetten der Musik im relativ engen Zeitrahmen von rund zweieinhalb Stunden, Symphonische Bläsermusik, Folklore und noch mehr — das stellte sich an diesem Abend einmal mehr als besonderes Markenzeichen das JBO heraus.

(ch)