Kreis Düren: Kein Besucherrekord am Dürener Badesse in diesen Sommer

Kreis Düren : Kein Besucherrekord am Dürener Badesse in diesen Sommer

Ein Anruf bei Klaus Schüller hat gezeigt, wie sehr die eigene subjektive Meinung doch täuschen kann. Auf die Frage, ob der Sommer dem Badesee einen Besucherrekord beschert hatte, antwortete Schüller am Montagmorgen: „An die höchsten Zahlen von 2003 kommen wir nicht heran."

Wir sind bei etwa 80.000 Gästen.“ Vor 15 Jahren, dem letzten „Rekordsommer“, strömten 125.000 Schwimmer nach Gürzenich. Die Differenz liegt also bei gut 45.000 Gästen.

Bis zum 7. Oktober ist die neue Anlage am Badesee geöffnet. Foto: cro

An einem Tag lag die höchste Besucherzahl laut Schüller bei 6500 Gästen. Bis zum Ende der Badesaison am Samstag, 15. September, rechnet der Badeseeleiter vom Dürener Service Betrieb (DSB) nicht mehr mit großen Sprüngen — wie jedes Jahr. „Es kommen noch die Schwimmer, die Dauerkarten haben, das war es dann auch“, sagt Schüller. Für den Leiter und sein Team stehen dann die Aufräum- und Aufbauarbeiten für das ADAC-Motorbootrennen an, das am Wochenende 22./23. September stattfindet.

Der extrem heiße Sommer hatte dem DSB auch einige Male Sorgen bereitet, erzählt Schüller. „Wir haben immer mal wieder damit gerechnet, dass sich Algen ausbreiten. Aber das Problem ist an uns vorbeigegangen.“ In der vergangenen Woche waren noch die Prüfer vor Ort. Und weil es bislang keinen Anruf gab, spricht Schüller von einer „einwandfreier“ Qualität des Wassers, die nach dem Motorbootrennen, bei dem die Antriebsschrauben ordentlich Sauerstoff in den See pumpen, erfahrungsgemäß noch besser werde.

Für die Saison 2019 plant der DSB, den Schotterparkplatz zu sanieren — er soll einen neuen Belag bekommen. Außerdem soll laut Schüller ein neues Bezahlsystem eingeführt werden.

Die Verschmutzung am Strand hat sich nach Aussage des Leiters im normalen Rahmen bewegt, dennoch spielt Schüller mit dem Gedanken, den See vielleicht zu einer glasfreien Zone zu erklären. Nicht selten haben Gäste etliche Bierflaschen in den Sand gesteckt und zurückgelassen.

Auf Investition gefasst machen

Die Betreiber des Freibades in Vossenack hingegen können einen neuen Rekord verkünden, der bisherige von 2015 mit 14.000 Besuchern wurde getoppt. „Ende August haben wir den 16.500. Besucher gezählt“, sagt Wolfgang Menningen, Vorsitzender des Fördervereins. „Wir können uns absolut nicht beklagen.“ Seitdem die heiße Phase vorbei ist, gehen die Besucherzahlen pro Tag spürbar zurück. Mal waren es 30, mal 40, mal 10, an einem heißen Tag noch mal 270, zählt der 70-Jährige anhand seiner Strichliste auf: „Das ist immer so, auch schon damals, als ich die Wasseraufsicht gemacht habe.“

Eine Investition, die mehrere Zehntausend Euro kosten würde, könnte in naher Zukunft die Abdeckung des Beckens sein. Weil diese eben eine so teure Angelegenheit ist, für die der Förderverein Rücklagen bildet, sind die Betreiber schon in Bädern in Köln und Bamberg unterwegs gewesen. „Wir nehmen die Abdeckung langsam in Angriff und tragen die Informationen von anderen zusammen“, erklärt Menningen. Letzter Badetag wird Sonntag, 16. September, sein.

„Hochzufrieden“ zeigt sich Jörg Tobek, der den Badesee Echtz führt, den täglich maximal 2500 Besucher auf einmal besuchen dürfen. Gut 32.000 Gäste fanden bislang den Weg dorthin, das ist das Doppelte vom vergangenen Jahr. „Wir sind ein Gewinner des Sommers“, bilanziert Tobek. Jetzt gehen die Nacharbeiten los: Die Wasserspielgeräte haben deutlich gelitten, die immer noch braune Liegewiese muss mit Mutterboden aufgearbeitet werden — und es fehlen bis zu 80 Tonnen Sand, zählt Tobek auf. „Die sind in den See gerutscht oder in den Hosentaschen mit nach Hause gewandert.“

Mit weit über 10.000 Besuchern schreibt auch das Freibad in Abenden Rekordzahlen, betont Rolf Heidbüchel von der Dorfgemeinschaft. „Es kamen sogar Gäste aus Essen regelmäßig zu uns“, sagt Heidbüchel weiter. Nun stehen für die Betreiber Renovierungen an, unter anderem muss die gut 15 Jahre alte Folie des Beckens erneuert werden. Langfristig will die Dorfgemeinschaft das Bad weiter modernisieren, ein Konzept wird laut Heidebüchel derzeit erarbeitet.

Die Stadt Heimbach hat ihr Ende Juli geäußertes Ziel erreicht und im Freibad die 30.000er Marke bei den Besuchern bereits Mitte August geknackt — „seit langem mal wieder“, heißt es von der Stadt.