Düren: Karnevalist Rolf-Peter Hohn legt nach fast 60 Jahren seine hohen Ämter nieder

Düren: Karnevalist Rolf-Peter Hohn legt nach fast 60 Jahren seine hohen Ämter nieder

Gegen die Rente mit 70 kann Rolf-Peter Hohn keine großen Einwände haben, eigentlich. Hohn ist 69 und hat sich jetzt in den „karnevalistischen Ruhestand“ verabschiedet, wie er selbst sagt. Nach knapp 60 Jahren.

Hohn sitzt an diesem Morgen in seiner Wohnung und erzählt erst einmal eine nette Anekdote. Vor sieben Jahren, 2010, hat er vom Land NRW einen hohen Orden bekommen, es ging um die Verdienste um Brauchtum und Karneval. „Wenn man diese Auszeichnung erhält, ist es langsam Zeit zu gehen“, sagt Hohn, „sonst bekommt man diesen Orden nicht.“ Es sind dann noch sieben Jahre vergangen, was vielleicht auch mit der großen Zahl an Ämtern zusammenhängt, die Hohn innehatte. Auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene.

Auftritt in Berlin: Rolf-Peter Hohn (2. v. r.) mit einer örtlichen Delegation beim Empfang der Kanzlerin. Foto: Bundeskanzleramt

Zuletzt war er Vizepräsident des Bund Deutscher Karneval, auf der Präsidialtagung in Aachen hat er diesen hohen Posten zur Verfügung gestellt. 2013 verabschiedete er sich als Präsident des Regionalverbandes Düren, ein weiteres Amt, das sein karnevalistisches Engagement unterstreicht, ein Amt, das er genutzt hat, um den regionalen Karneval mit zu prägen.

Er sagt: Alles habe seine Zeit. Er wolle es nun „etwas ruhiger“. Hohn war bundesweit unterwegs, das hat Zeit und Kilometer gefressen. Dass er zuletzt gesundheitliche Probleme hatte, spielt auch eine Rolle.

Gegen zu starke Kommerzialisierung

Hohn hat sich immer für einen ursprünglichen Karneval eingesetzt, er hat vehement gegen zu starke Kommerzialisierung und das Motto: immer weiter, immer höher gesperrt. „Der Karneval muss seine Wurzeln pflegen“, sagt er. Nicht von ungefähr saß er beim Bund Deutscher Karneval im Traditionsausschuss. Das alles heißt aber nicht, dass Hohn sagen würde: Alles bleibt, wie es ist. „Der Karneval ist dem Wandel der Zeit unterworfen“, spricht er, weil er weiß, dass manche Sitzungen, vor allem die in größeren Orten, immer schlechter besucht werden.

Sein Vorschlag: Kürzere Veranstaltungen, weil dann ein weniger kostspieliges Programm finanziert werden muss. Und: weniger laute Veranstaltungen. Der Lautstärkepegel würde heute viele abhalten zu kommen, findet Hohn.

Auch wenn Hohn sich jetzt in den Ruhestand verabschiedet, wird er kaum Langeweile haben. Im Flur seiner Wohnung hängt ein schweres Bündel mit Orden, es sind bei weitem nicht alle, die er in knapp 60 Jahren bekommen hat. Wie viele es sind, weiß er beim „besten Willen“ nicht, sagt er. Ähnlich ist es mit Auszeichnungen anderer Gesellschaften, die auch in Zukunft dazu führen werden, dass er weiter eingeladen wird. Hohn kann dann hingehen oder nicht, er hat die freie Wahl.

Wie es sich gehört für einen, der mit knapp 70 in Rente geht.