Düren: „Karls Eck“: Stadt soll Schrottimmobilie kaufen

Düren: „Karls Eck“: Stadt soll Schrottimmobilie kaufen

Das Gebäude an der Ecke Alte Jülicher Straße/Karlstraße ist ein Hingucker — im negativen Sinne. Seit einem Brand im Jahr 2004 ist das Eckhaus unbewohnt, zum Teil fehlen Fenster, das Dach ist nicht mehr vollständig erhalten. Eine „Schrottimmobilie“, befinden die Grünen. Doch aus der Schrottimmobilie soll nach den Vorstellungen der Grünen ein Musterhaus für das Viertel werden. Abhilfe könne ein anstehendes Zwangsversteigerungsverfahren bringen: Die Grünen fordern, dass die Stadt die Immobilie erwirbt.

„Ersteigern, sichern und entwickeln“ lautet für Verena Schloemer und Bruno Voß die Devise. Die Grünen beziehen sich dabei auf Vorschläge der Arbeitsgruppe Bauen und Wohnen der Stadtteilvertretung Nord-Düren. „Unser Ziel muss es sein, die Immobilie zu sanieren oder sie abzureißen und etwas Neues zu entwickeln, sollte eine Sanierung nicht wirtschaftlich sein“, erklärt Verena Schloemer.

Analog zur Sanierung bei „Becker & Funck“ sei denkbar, auch ein Projekt unter Einbeziehung der gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft Low-tec zu starten. Als mögliche Nutzung kämen Wohnungen für betreutes und altersgerechtes Wohnen in Frage.

„Es ist Teil der Stadtentwicklung, Schrottimmobilien einer Nutzung zuzuführen, die dem Stadtteil dient“, finden die Dürener Grünen. Das Geld dazu könne aus dem Fördertopf „Soziale Stadt“ genommen werden, dort seien noch 500.000 Euro zurückgestellt. „Es war von Beginn an Teil des Projektes, ungenutzte Immobilien zu beleben“, sagt Bruno Voß.

An dieser Stelle biete sich nun erstmalig die Chance, auch Zugriff auf ein Haus zu erhalten. Der Rat soll nach Vorstellungen der Grünen am 19. Februar grünes Licht erteilen. Sie appellieren an die anderen Parteien und die Verwaltung, diese Chance auch zu ergreifen.

„Wir befassen uns bereits damit“, sagte Dürens neuer Baudezernent Paul Zündorf auf Anfrage der DZ. Ein Gespräch mit dem Bauverein sei bereits für März geplant. Für Zündorf gehört es zur Stadtentwicklung, „Wohnungsbaubestände zu sichern“ und leerstehende Gebäude wieder nutzbar zu machen. „Die Nachfrage nach Mietwohnungen in der Stadt ist da.“