Düren: Kann ein weiterer Zeuge Licht ins Dunkel bringen?

Düren: Kann ein weiterer Zeuge Licht ins Dunkel bringen?

Noch gibt es zu viele Fragezeichen, um die Fälle zweifelsfrei zu beurteilen, die einem 26-jährigen Dürener von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen werden.

Obwohl er mit 16 Einträgen im Bundeszentralregister für die Justiz kein Unbekannter ist, scheint er - zumindest auf den ersten Blick - allmählich die Kurve zu geordneten Lebensverhältnissen zu bekommen.

Denn lange war er auf der Flucht, bis er sich vor zweieinhalb Monaten selbst den Strafverfolgungsbehörden stellte und eine zu verbüßende Haftstrafe im so genannten offenen Vollzug antrat. Tagsüber kann er sich um geregelte Lebensabläufe kümmern und muss nur zum Übernachten in die Zelle. Offenbar sind seitdem auch Drogen für den jungen Mann tabu, und obendrein hat er sich erfolgreich um eine Arbeitsstelle bemüht. Vor Gericht erklärte er, dass er sogar das Jugendamt darüber informiert habe, denn bislang hat der unverheiratete Mann für sein Kind kaum oder gar keinen Unterhalt bezahlt.

All diese Faktoren sprechen für eine positive Sozialprognose, die unter Umständen bei einer erneuten Verurteilung eine Strafaussetzung zur Bewährung möglich machen. Aber in der Hauptverhandlung gab der Angeklagte nur zwei relativ leichte Delikte zu, während er die beiden schweren Vorwürfe vehement bestritt. So räumte er ein, Anfang November 2009 in einer Spielhalle in der Dürener Innenstadt aus Frust über das gegen ihn verhängte Hausverbot einen Automaten beschädigt zu haben. Acht Tütchen mit je einem Gramm Marihuana, mit denen er im Oktober 2009 erwischt worden war, seien für den eigenen Konsum und nicht zum Weiterverkauf bestimmt gewesen.

Bei den schwerwiegenderen Vorwürfen geht es darum, ob er mit einem unbekannter Mittäter, den er kurz zuvor nur flüchtig kennen gelernt hatte, am 25. Januar 2010 einem Mann in Düren 20 Euro und das Handy abgenommen hat. Das wäre ein Raub. Außerdem steht der Vorwurf einer versuchten räuberischen Erpressung sowie Körperverletzung im Raum.

Die bisherigen Zeugen hatten nach der langen Zeit doch teilweise Erinnerungslücken und konnten zur eindeutigen Klärung nicht beitragen. Das Gericht hofft nun, dass ein weiterer Zeuge bei der Fortsetzung des Prozesses am 30. April mehr Licht in das Dunkel bringen kann.