Heimbach: Kalender: 70 Jahre liegen zwischen den Fotografien

Heimbach: Kalender: 70 Jahre liegen zwischen den Fotografien

„In dieser Art gestalteten wir einen Jahreskalender zum ersten Mal“, sagt Theo Kleinschmidt, der stellvertretende Vorsitzender des Heimbacher Geschichtsvereins. Die Vereinsmitglieder legen jetzt einen Bildkalender für das kommende Jahr vor, der wirklich sehenswert ist.

Gegenübergestellt werden auf den einzelnen Kalenderblättern Aufnahmen, die immer jeweils die gleiche Perspektive von Heimbach zeigen. Zwischen den gegenübergestellten Aufnahmen liegen allerdings sieben Jahrzehnte.

Ausschlaggebend für die Sammlung war das Thema „Kriegsende“, das in 2015 in aller Munde war und nun 70 Jahre zurückliegt. Als der Heimbacher Bernhard Bachem nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Soldat aus Norwegen an die Rur zurückkehrte, hatte er einen unbelichteten Film in der Tasche. Mit diesem Filmstreifen ging er zu seinem Freund Willi Stahl.

Willi Stahl besaß eine zum Film passende Kamera und gemeinsam machten sich die beiden am 1. Mai 1946 auf den Weg, um „ihre“ zerstörte Stadt fotografisch festzuhalten. 2015 begab sich Theo Kleinschmidt auf den gleichen Weg. Auch der 77-jährige Bauingenieur, der lange Jahre das städtische Bauamt leitete, fotografierte „seine“ Stadt.

Was auffällt: Zwar ist einiges an Bausubstanz verschwunden, viele markante Gebäude wurden jedoch auch wieder aufgebaut und somit in ihrer Ansicht erhalten, so etwa die Kirche, die Burg, die Brücken und das alte Rathausgebäude. Kleinschmidt: „Im vergangenen Jahr legten wir einen Kalender ausschließlich mit alten Bildern auf und wir hatten damit viel Erfolg. Der Erfolg beflügelte uns, einen weiteren Anlauf, diesmal eben mit alten und neuen Fotos, zu wagen.“

Vor zehn Jahren wurde der Verein, dem Bürgermeister Peter Cremer vorsteht, gegründet. Seither sind die Mitglieder fleißig dabei, historisches Material zu sammeln und zu sichten. Derzeit zieht der Geschichtsverein mit seinem gesamten Bestand um. Der Stützpunkt an der Hengebachstraße wird verlassen und dafür werden Räume im Wasser-Info-Zentrum-Eifel (WIZE) am Eichelberg in Heimbach bezogen.

Jedes Kalenderexemplar kostet 15 Euro, sechs Euro sind für den Geschichtsverein. Erhältlich ist der Kalender bei Sven Pütz im Rathaus oder unter beim Geschichtsverein unter Telefon 02446/3155.

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