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Das „Mundus“ in Düren: Kaffeerösten ist für ihn eine Kunst

Das „Mundus“ in Düren : Kaffeerösten ist für ihn eine Kunst

Ömer Faruk Yildiz betreibt an der Oberstraße die „Café & Rösterei Mundus“. Als einziger in Düren verfolge er dabei die Prinzipien der Spezialitätenkaffeebewegung, sagt er.

Wer das „Café & Rösterei Mundus“ an der Oberstraße betritt, findet sich in einem gemütlichen, kleinen Laden wieder. Auf etwa 50 Quadratmetern, das Lager mitgerechnet, bietet Inhaber Ömer Faruk Yildiz eigenen Angaben zufolge „die besten Bohnen schonend geröstet“. Bei dem 31-Jährigen können Gäste klassisch einen Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato bestellen, aber auch ihrer Fantasie freien Lauf lassen: Von Latte Macchiato mit Vanillearoma über Latte Gelato mit Eis, Espresso und Soße nach Wahl bis hin zum Cappuccino mit Kokosöl ist vieles möglich.

Mit ihrem Getränk können sich Besucher entweder drinnen oder draußen hinsetzen, im Bücherschrank schmökern und sich die Fotos aus Portugal ansehen, die an den Wänden hängen und Yildiz selbst geschossen hat.

Der Dürener hat für etwa acht Jahre in dem Land gelebt und sich eigenen Angaben zufolge dort an den Espresso gewöhnt: „Die Portugiesen halten eine ganz andere Qualität, was Essen und Trinken betrifft“, betont Yildiz. Als er nach Deutschland zurückgekommen sei, habe er oft Kaffee mit schlechten Bohnen aus verkalkten Maschinen erhalten. In den zwei Jahren darauf, in denen er wegen des Studiums seiner Frau in Essen gelebt hat, habe er sich deswegen selbst eine Kaffeemaschine angeschafft, Kurse besucht und Fachliteratur gelesen. „Ich habe entdeckt, dass das eine Marktlücke ist“, sagt er. So sei in ihm der Wunsch nach der Selbstständigkeit gereift.

In Essen gelernt

Handgemachten Filterkaffee bereitet Ömer Faruk Yildiz im „Café & Rösterei Mundus“ ebenfalls zu.
Handgemachten Filterkaffee bereitet Ömer Faruk Yildiz im „Café & Rösterei Mundus“ ebenfalls zu. Foto: MHA/Merve Polat

Zunächst hat er bei einem Freund in dessen Essener Rösterei gelernt, um herauszufinden, ob er Spaß daran hat. Weil das der Fall war, finden die Menschen nun im „Café & Rösterei Mundus“ seine Kreationen vor. Die erfolgen nach der sogenannten Third Wave of Coffee, auf Deutsch „Dritte Kaffeewelle“ oder Spezialitätenkaffeebewegung. „Dabei wird davon ausgegangen, dass Kaffeebohnen von sich aus bestimmte Aromen hergeben, die es beim Röstvorgang bestmöglich zu betonen gilt“, erläutert Ömer Faruk Yildiz. Aromen können beispielsweise violette Feige, rote Früchte und Limette sein. Röstet der 31-Jährige zu kurz, ist die Bohne sauer, röstet er zu lang, verschwinden die Aromen.

Um herauszufinden, welche Bohne welchen Röstvorgang benötigt, hat sich der Dürener außer seiner großen Maschine eine kleinere für Proben angeschafft. Die Bohnen, die er erwirbt, kommen aus Kolumbien, Ruanda, Äthiopien, Kenia, Peru, Burundi, Honduras, Guatemala sowie Indien und stehen in Jutesäcken verpackt in dem Café auf dem Boden. Yildiz betont: „Vom Anbau bis zum Brühvorgang ist stets darauf zu achten, das Maximum aus der Bohne herauszuholen.“ Kaffeepflanzen seien Wunderpflanzen, schwärmt er. Kaffee nicht als Massenprodukt, sondern wieder als Kultur und Genussmittel anzusehen, laute der Grundsatz der Spezialitätenkaffeebewegung. Der 31-Jährige ist überzeugt, als Einziger in Düren nach dieser Bewegung zu rösten.

Lehrtätigkeit

Ömer Faruk Yildiz hat Portugiesisch und Deutsch studiert und arbeitet nebenbei als Lehrer bei der Evangelischen Gemeinde, wo er ein bis zwei Mal die Woche unterrichtet. Während er seine Lehrtätigkeit ausübt, bedient ein Teilzeit-Angestellter die Gäste im Café. Der Dürener hat vor, sich in Zukunft mit einem zweiten Standort zu vergrößern. Die Rückmeldungen der Kunden seien bisher zufriedenstellend: „In Düren ist der Ruf das A und O. Die meisten kommen auf Empfehlung zu uns.“

Außer seinen Kaffeespezialitäten bereitet er jeden Tag einen Kuchen zu – in den Geschmacksrichtungen Apfel, Schoko und Käse. In Zukunft möchte er außerdem selbst Sauerteigbrot herstellen und belegte Brote im Café anbieten.

Bei allem, was er sagt und tut, ist ihm stets die Leidenschaft anzumerken. Darauf angesprochen, sagt er schmunzelnd: „Ich habe eine stark ausgeprägte künstlerische Ader. Egal ob Kaffeerösten, Unterrichten oder Fotografieren – das ist alles für mich Kunst.“ Und wenn Ömer Faruk Yildiz das sagt, glaubt man ihm das sofort.