Düren: Kabarettist Jürgen B. Hausmann ist zurück in seinem Wohnzimmer

Düren: Kabarettist Jürgen B. Hausmann ist zurück in seinem Wohnzimmer

Das Publikum liebt ihn, auch wenn das Jahr 2015 kein leichtes für ihn war: Jürgen B. Hausmann. Ende Mai 2015 wollte der pfiffige Wortakrobat in Düren seine Tournee „Wie jeht et?“ starten, doch seine Gesundheit funkte dazwischen.

250 Auftritte in 2014, zudem Familie. Es kriselte an mehreren Ecken, nur der Erfolg überdeckte vieles. Ein Problem, mit dem nicht wenige Künstler zu kämpfen haben, so auch seine Kollegen Willibert Pauels und Marc Metzger. Nach seinem Zusammenbruch Anfang März 2015 sagte Jürgen B. Hausmann: „Ich steckte in diesem verrückten Rad und fand den Ausstieg nicht.“

Daher suchten die Zuschauer des Solo-Programms „Wie jeht et? - Et jeht!“ einen Tannenbaum und vorweihnachtlichen Schnick-Schnack am Freitag- und Samstagabend auf der Bühne der Arena Kreis Düren vergeblich. Der Kabarettist trat mit dem Programm an, das er im Mai hatte absagen müssen. „Lachen Sie nur, ich habe Zeit“, kommentierte er die Reaktion seines Publikums, das begeistert an seinen Lippen hing und die Witze und Späße, seine zeitweise derben Zoten und dann wieder seinen feinen Humor in sich aufsog.

Klar ging es um Mann und Frau und um das, was sie miteinander treiben. Shoppen zum Beispiel, und wenn es dann ernst wird, die Frauen die EC-Karte nehmen und in den Kleidergeschäften verschwinden mit den zweifelhaften Worten „Et dauert nit lang“, dann werden die Männer auf „Cäutschen“ geparkt. Auf denen haben sie schon ganze Ewigkeiten verbracht. Und Schminken erst. Hausmann: „Eine für Männer unverständliche Wissenschaft. Früher hatten die Frauen eine ,Dos Nivea‘ und eine ,Dos Penaten‘, obwohl es eigentlich ,Ponatencreme‘ heißen müsste.“

Heute stehen in den Badezimmern ohne Ende Düppchen für alle möglichen Häute, trockene, fettige und gestresste. Zudem Pinsel. Hausmann: „Wir hatten jetzt den Anstreicher da, der war richtig neidisch.“ Die Eigenarten nicht nur der Menschen, vor allem auch die der Worte liegen dem studierten Lehrer ebenso am Herzen. Hausmann: „Einlauf, das Wort kommt im Stadion ganz anders als im Krankenhaus.“ Ach ja, und die Einparkhilfe. Macht es Piep, geht es um vorne. Macht es Piep-Piep, geht es um hinten. Und macht es Peng-Klatsch-Paaf, dann war die Einparkhilfe ausgeschaltet.

Im zweiten Teil des Programms wurden die Flimmerkisten-Sendungen der 1970er und 1980er Jahre wieder lebendig. Hausmann augenzwinkernd: „Wie waren damals verdammt harte Typen“, worauf Harald Claßen am Klavier den weichgespülten Hit „Turaluraluralu, ich mach bubu, was machst Du“ anstimmte.

Es ging zurück in die Bonanza-Zeit, J.R, „das Futtloch“, wurde wieder plastisch und auch der knallharte Diagnostiker Dr. Brinkmann musste wegen eines Hasenohres schnellstens in die Klinik. Sascha Hehn, ging mit seinem Traumschiff im Titisee vor Anker. Biene Maja wurde nicht vergessen, und irgendwie landete der stimmsichere Jürgen B. Hausmann plötzlich bei Karel Gott, Helene Fischer — die alles kann — vielleicht interessant, wenn die Merkel mal aufhört. Apropos Merkel, dazu der Bühnenfachmann: „Die Ausstrahlung von Helmut Kohl hat sie noch nicht, trägt aber seine Anzüge.“

Doch nicht nur das Publikum in der zweimal ausverkauften Arena Kreis Düren war glücklich und dankbar, Jürgen B. Hausmann wieder beklatschen zu dürfen. Hausmann machte am Freitagabend auch keinen Hehl daraus, glücklich zu sein, in Düren vom Publikum mit offenen Armen aufgenommen zu werden. Kurz vor der Pause machte er diesem Gedanken Luft, indem er mit Tränen in den Augen sagte: „Ich habe ein wirklich schweres Jahr hinter mir und ich bin froh und glücklich, wieder in Düren in der großen Halle sein zu dürfen, die für mich wie ein Wohnzimmer ist. Hier herrscht eine ganz andere Stimmung als woanders.“