Düren: „Junges Theater Düren” thematisiert Mobbing und Ausgrenzung

Düren: „Junges Theater Düren” thematisiert Mobbing und Ausgrenzung

Es werden zwei Abende sein, die nachklingen. Es werden Abende sein, die zum Nachdenken anregen. Und vielleicht zum Handeln. „Kasper H. Was für ein Mensch” heißt das Stück, das das „Junge Theater Düren” am 29. und am 31. Mai im Haus der Stadt aufführen wird.

In dem Stück geht es um Kasper - einen Jungen auf der Suche nach seiner Herkunft, nach Anerkennung und sich selbst. Es geht darum, wie die Gesellschaft mit Außenseitern umgeht. Es geht um Mobbing und Machtmissbrauch. „Und damit um Themen, die vielen Jugendlichen leider sehr vertraut sind”, sagt Ursula Keppler.

Zweite Eigenproduktion

Die pensionierte Deutschlehrerin hat schon am Wirteltor-Gymnasium eine Theatergruppe geleitet und vor drei Jahren mit Sabine Wagner vom Spielpädagogischen Dienst der Stadt und dem Leiter des Komm-Zentrums, Thomas Lüttgens, das „Junge Theater Düren” gegründet. Es ist die zweite Eigenproduktion, die das Ensemble auf die Bühne bringt.

„Wie entwickelt sich ein Mensch, wenn er keinen Rückhalt in der Gesellschaft hat” lautet die Leitfrage des Stückes. Es basiert auf der Geschichte von Kasper Hauser, einem Jungen, der 1828 in Nürnberg gelebt haben soll. Er war geistig zurückgeblieben, gab an, in einem Verlies groß geworden zu sein. Er war anders - und die Gesellschaft wusste nicht, was sie mit ihm tun sollten.

Diese zeitlose Problematik um Ausgrenzung, Mobbing und Angst vor dem Fremden greift das junge Ensemble in seinem Stück auf. Die Texte dazu haben Ursula Keppler und ihre Mitstreiterin Sylvia Brinkwirth geschrieben, die Jugendlichen haben immer wieder ihre Ideen in den Text einfließen lassen. Leichte Kost - das macht auch das Video von den Probenwochen im Internet deutlich - ist das Stück nicht. Es soll auch keine leichte Kost sein „Die Schüler wollen anspruchsvolle Stücke spielen, sie wollen sich auseinandersetzen”, sagt Keppler, die immer offen für Anregungen ist. Es sei immer wieder beeindruckend, welches Talent in den jungen Leuten stecke.

13 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren, Schüler aller Schulformen, proben derzeit intensiv für das Stück. Drei junge Schauspieler teilen sich die Rolle des Kasper H. Neben klassischem Schauspiel und Gesang gibt es tänzerische Elemente, die Marija Bardenberg mit den jungen Künstlern einstudiert. „Und erstmals werden wir auch Videotechnik einsetzen”, verrät Ursula Keppler.

Karten für die etwa 75-minütigen Aufführungen am Dienstag, 29., und Donnerstag, 31. Mai, gibt es an der Theaterkasse im Haus der Stadt. Sie kosten acht, ermäßigt fünf Euro. Das Stück ist für Jugendliche ab 13 Jahren geeignet.

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