Gewaltexzess unter Einfluss einer Drogenpsychose: Junger Mann hält Dürener Kumpel für den Leibhaftigen

Gewaltexzess unter Einfluss einer Drogenpsychose : Junger Mann hält Dürener Kumpel für den Leibhaftigen

Ein 35-jähriger Mieter sollte in seiner Wohnung mit Gewaltexzessen in den Tod gebracht werden. Der Dürener kommt mit dem Leben davon. Angeklagt ist ein 29-Jähriger der zum Tatzeitpunkt unter einer Drogenpsychose stand und sich als Teufelsaustreiber sah. Vor dem Aachener Landgericht wird nun das Einweisungsverfahren verhandelt.

Stechende gelbe oder rote, auf jeden Fall aber teuflische Augen habe sein Gegenüber gehabt, behauptete der mutmaßliche Täter, Daryl M. (29), nach den schrecklichen Ereignissen vom 28. April dieses Jahres von seinem Opfer bei seinen Vernehmungen.

Dann passierte gegen 21.30 Uhr am Abend Schreckliches, eine Tat, die der 29-jährige allerdings im Zustand der Schuldunfähigkeit wegen einer durch Drogeneinnahmen verursachten paranoiden Psychose begangen haben soll und wegen der er möglicherweise für Jahre in der Psychiatrie verbleiben wird.

Das Opfer, ein 35-jähriger Mieter, sollte in seiner Wohnung in der Alten Jülicher Straße in Düren mit zig Messerstichen, darunter Stiche in die Augen, mit Würgen und einem versuchtem Ertränken in der Badewanne vom Leben in den Tod gebracht werden, was allerdings am Ende zum Glück misslang, weil die Polizei in letzter Sekunde auftauchte und den Gewaltexzess beendete.

Denn aus wenig nachvollziehbaren Gründen hat der junge Mann auf der Anklagebank den Kumpel aus einer Psychose heraus anscheinend für den Leibhaftigen gehalten, wie auch die Polizisten aus den Vernehmungen nach der Tat auf dem Polizeirevier berichteten.

Selbst die Tatsache, dass der eher schmächtige Robert C. bei der Attacke nicht umgehend starb, hatte den Angreifer in seiner abstrusen Theorie bestärkt, es mit dem Wesen aus der Unterwelt zu tun zu haben, das übernatürliche Kräfte besitzt.

Dabei hatte sein Opfer, der angebliche Teufel erschien in Persona als Zeuge vor Gericht, dem momentan wohnungslosen Deutsch-Amerikaner Daryl M. einen Schlafplatz für die Nacht angeboten. Der 29-Jährige habe am darauffolgenden Tag ein Vorstellungsgespräch für einen Job gehabt, er habe ihm mit der Übernachtung helfen wollen, sauber und ordentlich dort zu erscheinen, sagte der 35-Jährige noch voller Entsetzen am Montag vor dem Aachener Schwurgericht, vor dem das Einweisungsverfahren verhandelt wird. Das wäre beinahe sein Todesurteil gewesen.

Als Daryl M. aus dem Bad kam, traf er im Wohnungsflur auf seinen Gastgeber. Der hatte bereits vorher zunehmend ein merkwürdiges Verhalten bei seinem Übernachtungsgast festgestellt, und auch bereits am Abend vorher war er bei einem Nachbarn ein Stockwerk tiefer in gemeinsamer Runde ausgerastet und hatte mit einem Messer auf einen Fernseher eingestochen.

An jenem Abend habe er erneut mit Verschwörungstheorien begonnen, berichtete das Opfer in seiner Aussage vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Roland Klösgen weiter, er habe auch lautes Reden und Schreie von dem Gast aus dem Bad gehört. Der hatte bei seinen ersten Vernehmungen bei der Polizei berichtet, der Teufel habe bereits seine Muskeln im Badewasser spielen lassen, denn das sei heiß und kalt geworden. Die steigende Aggressivität war auch dem späteren Opfer zu viel geworden, er habe im Flur den Schlüssel nehmen und gehen wollen, genau da trat der Teufelsaustreiber aus dem Bad, und das Blutbad begann.

Am Mittwoch geht das Verfahren mit den Berichten der Sachverständigen weiter, am Nachmittag wird eine Entscheidung erwartet.

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