Glücksspielsucht: Junge Männer sind besonders betroffen

Glücksspielsucht : Junge Männer sind besonders betroffen

Nutzer von Online-Glücksspiel werden immer mehr. Am bundesweiten Aktionstag zum Thema Glücksspielsucht informiert die Drogenberatungsstelle des Kreises Düren in der Innenstadt über das Thema. Vor allem junge Männer seien betroffen, Frauen holten aber auf.

Die Verlockung ist für viele Menschen sehr groß: Online-Casinos versprechen große Gewinne. Gespielt werden kann ganz einfach vom heimischen Computer aus. „Es gibt immer mehr Menschen, die von Glücksspielsucht betroffen sind“, sagt Silvia Zaunbrecher, Diplom-Sozialpädagogin und Suchttherapeutin bei der Drogenberatungsstelle in Düren. „Das liegt vor allem daran, dass die Zugangsmöglichkeiten immer leichter werden.“

Zwölf Personen werden bei der Drogenberatungsstelle in einer Gruppe „Pathologisches Glücksspiel“ betreut, insgesamt haben knapp 100 Menschen, die glücksspielsüchtig sind, im vergangenen Jahr im Sozialpädagogischen Zentrum des Caritasverbandes Hilfe gesucht. Anlässlich des Tages der Glücksspielsucht haben Zaunbracher und Manfred Böhm an einem Infostand in der Dürener Innenstadt über das Thema aufgeklärt. „Das Interesse der Menschen war sehr groß“, erklärte Zaunbrecher. „So viele Besucher wie in diesem Jahr hatten wir noch nie.“ Schwerpunkt des Aktionstages war das Online-Glücksspiel.

Zaunbrecher: „Laut aktuellem Glücksspielstaatsvertrag sind Online-Casinos ausdrücklich verboten. Trotzdem gibt es immer mehr Anbieter, die im Internet auch sehr leicht zu finden sind.“ Darüber hinaus würden normale Smartphone-Spiele und echtes Glücksspiel immer häufiger vermischt. Zaunbrecher: „Bei vielen Spielen kommt man irgendwann an den Punkt, an dem man Geld ausgeben muss, um weiterspielen zu können. Und dann ist man sehr schnell im Bereich Glücksspiel.“

Silvia Zaunbrecher und Manfred Böhm haben über das Thema Glücksspielsucht informiert. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Besonders betroffen von Online-Glücksspiel sind laut Aussage der Experten junge Männer. „Aber die Frauen holen auf“, sagt Zaunbrecher. „Wenn die Kinder abends im Bett sind, gehen die Mütter immer häufiger an den Computer, um zu spielen.“ Mit dem Glücksspiel, erklärt die Expertin, könne man sehr schnell unangenehme Empfindungen abwenden. „Und dann beginnt der Teufelskreis“, sagt Zaunbrecher. „Die Gewinnerwartung ist hoch. Und wer gewinnt, spielt weiter, um noch mehr zu gewinnen. Wer verliert, hat auch das Bedürfnis weiter zu machen, damit sich das positive Gefühl wieder einstellt und das verlorene Geld vielleicht doch noch gewonnen wird.“

Neben den zahlreichen Online-Casinos betrachten die Mitarbeiter der Drogenberatungsstelle auch die Situation der Spielhallen mit Sorge. Manfred Böhm: „Die Vorschriften, dass Spielhallen aus den Städten verschwinden sollen, sind längst noch nicht umgesetzt. Auch in Düren gibt es sie immer noch mitten in der City.“ Bei den Spielhalle, ergänzte Zaunbrecher, gelte, was auch bei den Online-Casinos Gültigkeit habe. „Die Verfügbarkeit ist ein großes Problem. Je leichter man eine Spielhalle erreichen kann, desto größer ist die Versuchung, auch dort hinzugehen. Und das bedeutet dann eben auch ein viel größeres Suchtpotenzial.“