Düren: Jugendstadion wird noch ein Verkaufsschlager

Düren: Jugendstadion wird noch ein Verkaufsschlager

Das Jugendstadion wird immer begehrter. Während der Stadtrat am Mittwochabend mit den Stimmen der CDU das Konzept zur Rettung der Sportgemeinschaft SW Düren 99 verabschiedete, wurde das dritte Kaufangebot für die vom Verein genutzte Spielfläche vorgelegt.

Der Verkauf des städtischen Jugendstadions ist die Basis für das Rettungskonzept. Nach den Angeboten der Stadtwerke und des GFC-Präsidenten Roland Mader trat jetzt der Dürener Stahlbau-Unternehmer Georg Herzog auf den Plan. Das Vorstandsmitglied der Fußballabteilung, als Schwarz-Weißer in den „Fusionsverein” gekommen, erklärte der Stadt schriftlich sein Interesse.

„Für meinen Verein”

„Ich möchte das Stadion in erster Linie für meinen Verein sichern”, sagte Herzog am Mittwoch der DZ. Er gehört zu den Schwarz-Weißen, die aus dem „Fusionsverein” austreten und SW Düren neu aufleben lassen wollen. Über diese Ambition hinaus arbeite er an einem Konzept, das wirtschaftliches Betreiben des Stadions zulässt. So soll die Radrennbahn wieder nutzbar gemacht werden. Natürlich sei in seinen Überlegungen auch Raum für andere Vereine.

Die Reaktionen auf Herzogs Angebot blieben verhalten. Patrick Lingen, der als Vorsitzender der SG-SW-Fußballabteilung die Abtrennung der Schwarz-Weißen vom „Fusionsclub” forciert, spricht von einer „interessanten Alternative”. Allerdings bleibe auch die Option Mader sinnvoll: „Beides ist besser als der Verkauf an die Stadtwerke, die nach unseren Erkenntnissen das Stadion sehr schnell abreißen werden.”

Ähnlich urteilt auch die Dürener SPD. Die beiden neuen Angebote seien zu begrüßen, der Verkauf an die Stadtwerke nicht, so Fraktionschef Henner Schmidt. Die Genossen kritisierten am Mittwoch das Vorgehen der CDU, die hinter den Kulissen den Stadtwerkedeal in die Wege geleitet habe, statt auf breiter sportpolitischer Basis ein Gesamtkonzept zu entwerfen.

CDU-Fraktionschef Karl-Albert Eßer ficht diese Kritik nicht an: „Es ist doch gut, dass durch unser Konzept ,Verkauf Jugendstadion Bewegung in die Sache gekommen ist. Für uns ist wichtig, dass das Stadion verkauft wird - an wen, das wird sich bis Anfang Februar entscheiden.”

Mit Trillerpfeifen protestierten die Jugendfußballer der SG SW Düren 99 am Mittwochabend am Rathaus gegen die Abrisspläne fürs Jugendstadion, die ja noch nicht vom Tisch sind. Ob diese jungen Kicker in näherer Zukunft noch gegen den Ball treten können, ist jedoch fraglich.

Sollten die abtrünnigen Schwarz-Weiß-Fußballer die Jugendabteilung vom Spielbetrieb zurückziehen, hätte das weitreichende Konsequenzen, wie der Kreisfußballvorsitzende Manfred Schultze bestätigte. Die Jugendlichen hätten dann keine Spielmöglichkeit mehr und wären mit sofortiger Wirkung für jeden dritten Verein spielberechtigt.

Nicht aber - und das betont Schultze - für den noch beim Amtsgericht eingetragenen Alt-Verein Schwarz-Weiß Düren, da dieser weder einen Vorstand hat, noch Mitglied im Fußballverband Mittelrhein (FVM) ist.

Der FVM hat SW Düren anno 2001 aus seiner Mitgliederliste gelöscht, nachdem das Amtsgericht die Fusion mit der SG Düren 99 anerkannt hatte. Dass die amtliche Löschung im Vereinsregister nach einem Urteil des Landgerichts Aachen vom März 2002 unwirksam ist, hat auf die FVM-Entscheidung keinen Einfluss.

Um eine Spielgenehmigung für die Junioren zu bekommen, müsste SW Düren zuerst einen neuen Vorstand wählen, der dann einen Aufnahmeantrag an das FVM-Präsidium stellen müsste. Und für den ist der Nachweis über eine vorhandene Spielstätte zwingend erforderlich, ob seitens der Stadt oder durch den möglichen Käufer des Jugendstadions.

Aber selbst dann wird die Spielgenehmigung nicht automatisch erteilt. Erst muss die Aufnahme in den Amtlichen Mitteilungen des FVM veröffentlicht werden, müssen Einspruchsfristen gewahrt bleiben.

Anders bei den Senioren: Nur wenn alle drei Teams zurückgezogen würden, wären die Spieler sofort „frei”. Würde beispielsweise nur die „Erste”, Spitzenreiter der Bezirksliga, abgemeldet, wären die Spieler weiter nur für die „Zweite” und „Dritte” des „Fusionsclubs” spielberechtigt.

Eine etwaige Rückübertragung der Bezirksliga-Rechte der SG SW Düren 99 auf den Alt-Verein Schwarz-Weiß hält Manfred Schultze im Übrigen nicht für möglich. Aber so weit denken die Kicker noch nicht.

„Wir wollen den sportlichen Erfolg der ,Ersten nicht gefährden”, erklärt Obmann Jürgen Knillmann. Dass die SW-Sponsoren im Fall des Stadionverkaufs bei der Stange bleiben, ist für ihn aber eher unwahrscheinlich - dass die Bezirksligaspieler künftig ohne Finanzspritzen kicken ebenfalls.

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