Film-Workshop im Dürener „MultiKulti“: Jugendliche mit Smartphone drehen ihren ersten Film

Film-Workshop im Dürener „MultiKulti“ : Jugendliche mit Smartphone drehen ihren ersten Film

Kein Whatsapp, kein Facebook, keine lustigen Katzenvideos — dass man mit dem Smartphone auch kreativ sein kann, zeigten sieben Kinder und Jugendliche im Dürener Jugendzentrum „MultiKulti“. Im kleinen Kreis stellten sie ihren selbst gedrehten Kurzfilm „Misco“ vor.

Es war zwar kein besonderes kritisches Publikum, trotzdem war den Teilnehmern des Film-Workshops die Aufregung anzusehen. Nach drei Wochenenden voller Dreharbeiten präsentierten die sieben Kinder und Jugendlichen ihren fertigen Kurzfilm das erste Mal Eltern und Freunden.

„Misco“ — so der Titel des Projekts, das von der Gruppe eigenständig und ausschließlich mit Hilfe des Smartphones realisiert worden ist. Wer jetzt denkt, da ist sicher eine kunterbunte und harmlose Geschichte bei heraus gekommen, der hat sich geirrt. Der Film handelt von einem Mord in der Disco: Ein Partygast bricht unerwartet zusammen, dann geht plötzlich das Licht aus. Ganz im Horrorfilm-Stil erscheint eine unheimliche, maskierte Gestalt auf einem Bildschirm, die den verbliebenen Discobesuchern in verzerrter Stimme Anweisungen gibt. Harter Stoff, mag man meinen, aber von den Zwölf- bis 19-Jährigen durchaus überzeugend geschauspielert und sehr gelungen zusammengeschnitten.

... ihren selbst erdachten und gedrehten Film „Misco“, den sie mit ihren Smartphones gedreht haben. Foto: Niederhöfer

„Die Kinder haben alles selbstständig erarbeitet, angefangen mit der Ideenfindung und dem Schreiben eines Drehbuchs, über die Schauspielerei bis hin zur Nachbearbeitung mit Schnitt und Effekten“, erzählte Alexander Spelsberg, Leiter der Film-AG. Der Journalist und Medientrainer hat den Workshop mit seinem Kollegen Achim Böcking begleitet. „Uns war wichtig zu zeigen, dass man mit dem Smartphone auch Kreatives schaffen kann.“ Nicht nur die Aufnahmen seien mit dem Handy gemacht worden, sondern mit Hilfe von Apps auch der Schnitt und die Nachbearbeitung.

Tobias Brühl (13 Jahre) aus Düren erzählt: „Obwohl wir so etwas alle zum ersten Mal gemacht haben, hat es gut geklappt. Herr Spelsberg konnte uns immer wieder hilfreiche Tipps geben.“ Auch wenn man nicht im Film zu sehen war, gab es genügend andere interessante Aufgaben: „Ich selber wollte nicht vor die Kamera, habe aber den Schnitt übernommen. Es hat Spaß gemacht, dem Film den Feinschliff zu geben“, so Jamie Quintin (12).

Dass Spaß und viel Engagement in „Misco“ stecken, wurde auch dem Publikum am Samstag bewusst. Die siebenköpfige Filmcrew erntete großen Applaus, auch für die Outtakes, lustige oder auch weniger spaßige Szenen, die dem Schnitt zum Opfer vielen, die für reichlich Lacher sorgten. Den Film gibt es mittlerweile auch bei YouTube zu sehen.