Jugend- und Sportstiftung der Sparkasse Düren kauft die Westkampfbahn

Ein neuer Besitzer : Die Sparkassenstiftung kauft die Westkampfbahn

Es ist schon ein kleiner Paukenschlag: Dürens traditionsreichste Sportstätte, die altehrwürdige Westkampfbahn, auf der die Fußballer der 99er in den 60er Jahren ihre großen Erfolge gefeiert haben, hat einen neuen Besitzer.

Die Jugend- und Sportstiftung der Sparkasse Düren hat das knapp 50.000 Quadratmeter große Areal an der Mariaweiler Straße vom GFC Düren 99 und drei Privatleuten, die den Vorgängerverein SG Düren 99 im Jahr 2005 mit ihrem finanziellen Engagement vor der Insolvenz retteten, gekauft. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seite Stillschweigen, er dürfte sich aber im Bereich von einer Million Euro bewegen.

Nutzung bis 2038 gesichert

Der Vorstand der Jugend- und Sportstiftung der Sparkasse Düren (v.l.): Udo Zimmermann, Heino Müller und Dr. Gregor Broschinski (Vorsitzender). Foto: ZVA/Jörg Abels

Mit dem Engagement will die Stiftung zum einen den Breitensport in Düren stärken, zum anderen spricht Sparkassenvorstand Dr. Gregor Broschinski, seines Zeichens Vorsitzender des Stiftungsvorstands, von einer „ertragsversprechenden Kapitalanlage“ der Stiftung in zinsarmen Zeiten. Mit den Pachteinnahmen will die Stiftung ihre jährlichen Ausschüttungen finanzieren. Alle bestehenden Mietverträge mit den Fußballern des aus dem GFC 99 und dem FC Niederau hervorgegangenen 1. FC Düren und den restlichen Abteilungen des GFC Düren 99 wurden übernommen.

Bis Ende 2038 ist die Westkampfbahn nach den Investitionen der Stadt Düren in den vergangenen Jahren für den Breitensport gewidmet, danach könnte das Areal, das unmittelbar an der künftigen Nordumgehung (B399n) liegt, auch anderweitig vermarktet werden, zum Beispiel als Gewerbefläche.

Ein diesbezügliches Gutachten sprach nach Informationen dieser Zeitung in diesem Fall vor Jahren einmal von einem Verkaufswert von bis zu drei Millionen Euro. Dies sei laut Stiftungsvorstand derzeit jedoch überhaupt kein Thema. Im Gegenteil: Gregor Broschinski und seine beiden Mitstreiter im Stiftungsvorstand, sein Sparkassenvorstandskollege Udo Zimmermann und Heino Müller, Leiter des Sparkassen-Vorstandssekretariats, kündigen Investitionen in die Westkampfbahn an, kurzfristig in eine neue Flutlichtanlage, mittelfristig auch in die Umkleiden unterhalb der alten Tribüne. Auch will sich die Stiftung beim Land um Fördergelder zur Sanierung und zum Ausbau der Sportanlage bemühen.

„Wir haben gewissen Überlegungen und schließen nicht aus, dass in Zukunft auch weitere Breitensportarten auf der Westkampfbahn ihre Heimat finden“, betont Broschinski, die Anlage soll auch für Bürger ohne Vereinsbindung geöffnet und für anderweitige Veranstaltungen genutzt werden. Ein erstes Projekt plant die Sparklasse bereits in den Herbstferien in Kooperation mit dem Fußballkreis Düren für fußballbegeisterte Mädchen und Jungen. Weitere Ideen seien willkommen.

Die in den vergangenen Jahren von Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) immer wieder aufgeworfenen Ausbaupläne für die Westkampfbahn in Richtung eines modernen Fußballstadions mit mehreren Tausend Plätzen seien derzeit jedoch kein Thema.

Dass Spelthahn, seines Zeichens bekanntlich Präsident des 1. FC Düren und als Landrat auch Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse, im Hintergrund die Strippen des Deals gezogen haben könnte, wiesen Broschinksi und Zimmermann zurück. Die Stiftung sei rechtlich selbstständig, ohne dass der Verwaltungsrat Einfluss nehmen könne.

„Wir hätten die Westkampfbahn auch ohne den 1. FC Düren gekauft“, versichert Zimmermann, und sein Kollege Broschinksi verweist darauf, dass die Errichtung und der Betrieb von Sportstätten von Beginn an Teil des Stiftungszwecks war. Vor rund einem Jahr hätten sich die Alteigentümer erstmals an die Stiftung gewandt, berichtet Broschinski. „Im Vorstand und im Stiftungskuratorium waren wir uns dann relativ schnell einig, dass das Engagement zu uns passt.“