Langendorf: Jugend-Jazz-Orchester NRW begeistert auf Burg Langendorf

Langendorf: Jugend-Jazz-Orchester NRW begeistert auf Burg Langendorf

„Wenn man das „Jugend-Jazz-Orchester NRW (JJONRW) mit den fantastischen jungen Musikern hier erlebt“, sagte die ältere Zuhörerin, „dann sollte es einem eigentlich nicht bange sein um die Zukunft unseres Landes.“

Dieses junge Orchester unter dem Dirigat von Stefan Pfeifer-Galilea und Gabriel Perez spielte, laut Urteil vieler Musikexperten im Publikum, fehlerfrei, auf einem technisch hohen Niveau, verbunden mit einem innigen Verständnis für jedes Werk. Ein Umstand, der auf eine große musikalische Reife hindeutet.

Rolf Kratzborn, der Chef von „FatCat“, der Bigband der Dürener Musikschule, saß mit seinen Bandmitgliedern im Publikum. Ohne Worte — seine Begeisterung und die der jungen Musiker aus Düren war unbeschreiblich. „Sehr gute Kompositionen, vortreffliche Arrangements, die alle in einer sehr guten Klangbalance stehen“, nahm Kratzborn Stellung.

Das JJONRW war vor einigen Wochen noch durch Argentinien und Paraguay getourt, bevor es aktuell an einigen Spielorten in NRW gastiert. Einer der künstlerischen Leiter, Gabriel Perez, selbst Argentinier, erzählte von der zweiwöchigen Reise. In Asunción, der Hauptstadt Paraguays, hat das Jazzorchester mit einem einheimischen Jugendorchester anlässlich des Geburtstags Asuncións und zum 70. Geburtstag von NRW ein Konzert gegeben, ein unvergessliches Erlebnis, das verbindet und Völker zusammenbringt. Die Lieder waren eigens für diesen Anlass komponiert worden.

Auf den Programmzetteln der Band standen teils Kompositionen aus eigener Feder, aber auch Musikstücke, die für das JJONRW speziell arrangiert worden waren. Projektleiter Thomas Haberkamp, der die Geschicke des Teams seit vielen Jahren lenkt, erklärte die Philosophie der Jugendband. Die Macher legten großen Wert darauf, so Haberkamp, in ihren Konzerten eine ausgewogene Mischung von traditionell und innovativ ausgerichteten Stücken zu präsentieren. Damit treffe man meist den Geschmack des Publikums, weil für fast alle etwas dabei sei. Adressatenbezogene Arbeit sei wichtig, um die Jazzinteressierten aller Couleur bei der Stange zu halten.

„A Foggy Day“ von George Gershwin, „I fall in love too easily“, „I´m old fashioned“, allesamt von Stefan Pfeifer-Galilea arrangiert, ließen die zahlreichen Möglichkeiten erkennen, die das JJONRW hat: Beweglichkeit, Rückblick auf ältere Kompositionen, den Blick nach vorne, um Neuland für das Genre Jazz zu entdecken und auszuprobieren.

Doch der zweite Orchesterleiter, Gabriel Perez, mit einer recht flotten Art dirigierend, immer zu einem Spaß aufgelegt, hat ebenso großen Anteil an den Arrangements und Kompositionen, besonders, wenn sie Themen seiner Heimat und die spanische Kultur betrafen. „Convertidos en perfume“, „El Yaguarette“ und viele andere Stücke ließen lateinamerikanisches Flair in der Burg aufblitzen. Begeistert wurden die Stücke, deren Musik von afrikanischen Kompositionen beeinflusst waren, vom Publikum gefeiert.

Stolz berichtete Projektleiter Haberkamp, dass seine Truppe im Laufe der Jahrzehnte insgesamt 39 Auslandsaufenthalte gemacht habe. Das sei immer wieder eine große Bereicherung für die Teilnehmer, aber auch ein Gewinn für die Gastgeberländer. Die Chinesen, so erinnerte er sich, seien schier aus dem Häuschen gewesen, als sie einige ihrer Volkslieder verjazzt hören konnten.

Wieder einmal ist es dem JJONRW in der Remise von Burg Langendorf gelungen, Menschen aller Altersgruppen, weit über die Kreisgrenzen hinweg, zu begeistern und etwas von den Kulturen anderer Erdteile und Länder zu erzählen. Das gelang sowohl mit dem traditionellen als auch mit dem innovativen Jazz.