Düren: Jürgen B. Hausmann: „Jute Butter, Jemüse und Julasch”

Düren: Jürgen B. Hausmann: „Jute Butter, Jemüse und Julasch”

Jürgen B. Hausmann war sichtlich gerührt. Freudentränchen ließen seine Augen glänzen, so überwältigt war der Kabarettist vom Dürener Publikum. Noch bevor der Star des Abends die Bühne betreten hatte, war die Stimmung geradezu ansteckend. Das Publikum sang und klatschte.

Die Vorfreude auf die bevorstehenden drei Stunden Bühnenprogramm „Zwischen die Tare” stand den Besuchern in der ausverkauften Arena buchstäblich ins Gesicht geschrieben.

Äußerungen wie Lametta sei „Pisselskram” , „Et heißt Kriegstbaum, weil de ja erst mal einen kriegen muss” und „Männer gehen für zu kaufen, Frauen für zu gucken” entlockten den Dürenern nicht nur herzliche Lacher, sondern auch spitze Freudenschreie, die der Komiker sichtlich zu genießen wusste. „Herrlich hier. Welch eine Stimmung in Düren. Sie sind ein Spitzenpublikum.”

Aus dem Alltag der Rheinländer

Mit seinem stetigen Begleiter, Harald Claßen am Keyboard, legte der 47-Jährige ein Programm hin, das sich gewaschen hatte. Anekdoten aus dem Alltag der Rheinländer mit besonderem Bezug auf die Sprache, die „sonst nirgendwo einer versteht”, umgedichtete Lieder und sogar Tanzeinlagen ließen unschwer erkennen, wie professionell und improvisationstalentiert der Alsdorfer ist. Nebenbei schmückte er peu à peu einen Tannenbaum und probierte zahlreiche urkomisch aussehende Wintermützen an.

Der Schwerpunkt lag, wie das Programm schon sagt, auf den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester. Erstaunlich, wie viel Stoff solch eine kurze Zeit bietet, und wie wahr doch die typisch rheinländischen Aussagen waren. Das fand auch Margot Schröder, die sich mehr als einmal die Lachtränen wegwischen musste: „Alles, was er sagt, stimmt. Genauso sprechen und denken wir. Mir tut schon der Kiefer vom ganzen Lachen weh.”

Schließlich bestand Hausmann darauf, „stolz auf unseren Dialekt zu sein, die Bayern reden ja auch einfach, wie se wollen und richtig Deutsch kann jeder Doof”. Nachdem der Lateinlehrer seine Holz-Kuh Elsa ein paar mal hin und hergeschleudert hatte, „damit die Sahne steif wird” und Stoff-Hund Hektor auch seinen wohlverdienten Auftritt absolviert hatte, klönte er noch ein wenig über den ausgeprägten Wortschatz hier in der Gegend. Schließlich sei das Rheinland die einzige Region auf dieser Welt, in der es auch „kein Wetter” gebe und in der der wichtigste Konsonant das „J” sei. Hausmann: „Et heißt ja schließlich auch jute Butter, Jemüse und Julasch.”

Vieles aus seinem Programm sei „für zu denken gewesen” und das habe Hausmann irritiert. „Solch intelligentes Publikum bin ich nicht jewöhnt”, musste der Kabarettist zugeben. Es habe ihm super gut gefallen und damit, dass die Arena „pickepackevoll” sein würde, hätte er nicht gerechnet. Überschwänglich bedankte er sich mehr als einmal für die gute Stimmung. Die Leute „hörte man bis Langerwehe klatschen” und „sogar die Merzenicher haben die Witze verstanden.”