Düren: Jürgen B. Hausmann jongliert mit der deutschen Sprache

Düren: Jürgen B. Hausmann jongliert mit der deutschen Sprache

Wenn ein professioneller Spaßmacher wie Jürgen B. Hausmann alias Jürgen Karl Beckers über die eigenen Scherze auf offener Bühne lacht, dann schaut man als Zuschauer zwei Mal hin. Die Frage steht im Raum: Ist dieses Lachen nun auch gespielt und damit irgendwie falsch, oder ist es wirklich echt und geschieht aus vollem Herzen?

Am Freitag gastierte Jürgen B. Hausmann in der Aula des Franziskusgymnasiums in Vossenack mit seinem Programm „Wie jeht et? Et jeht!“ Die gut 300 Besucher hatten über den Abend hinweg einen Riesenspaß, und schon nach wenigen Minuten entstand der Eindruck: Auch der Künstler und sein musikalischer Begleiter am E-Piano, Harald Claßen, hatten wirklich echte Freude.

Bevor der studierte Lehrer aus Alsdorf loslegte, begrüßte Bruno Linzenich als Vertreter des ausrichtenden Vereins „Höhenart Hürtgenwald“ die Besucher. Er warf einen Blick auf das diesjährige Programm des umtriebigen Vereins, unter anderem werden vier Posaunisten des Leipziger Gewandhausorchesters im Hürtgenwald Station machen.

Dann gab Linzenich die Bühne frei und Jürgen B. Hausmann, der dem Zusammenschluss „Höhenart Hürtgenwald“ und damit dem Vossenacker Publikum schon seit vielen Jahren inzwischen freundschaftlich verbunden ist, sagte: „Wenn ich wieder hier bin, Euch seh‘, dann jeht et mir wieder richtig jut. Und es kommt auch gar nicht auf die Größe der Halle an, glauben set misch.“

Unglaublich locker und gelöst ging der 51-Jährige, der im vergangenen Jahr eine gesundheitliche Krise aufgrund von Überbelastung bewältigen musste, dann sein Lieblingsthema an: Die deutsche Sprache und ihre Eigenheiten. Nach eigenen Angaben entstand der Gedanke zum Programm „Wie jeht et? Et jeht!“ in dem Moment, als Jürgen B. Hausmann den Dialog zweier Frauen auf der Straße in Alsdorf verfolgte. Damit war der Anfang gemacht.

Geistreich und doppeldeutig

Schon allein das Wort „jehen“ sei unglaublich vielseitig. Es wird verwendet im Sinne von sich fortbewegen, sich fühlen, sich befinden, aber auch in Bezug auf die Dauer, etwa: „Wie lang jeht datt heut?“, „Bis der letzte Bus jeht.“, „Och, dann jeht et ja.“ In dieser Art schritt der Abend voran, die Leute jeglichen Alters klebten an den Lippen des Kabarettisten und freuten sich über die geistreichen, hintergründigen und doppeldeutigen Witze, die Hausmann von sich gab. So etwa der Hund, der in der Hundeschule im dritten Schuljahr sitzen blieb, weil der Lehrer sagte „sitz“. Hausmann: „Da isser sitzen geblieben.“

Oder gar der Unterschied zwischen früher und heute. Hausmann: „Früher konnte man mit einer einzigen Unterhose ein ganzes Fahrrad putzen.“ Dagegen heute: läuft ein String ein, wirft man ihn zwar auch nicht weg, doch kann er höchstens noch als Schuhriemen herhalten. Hausmann: „Das Ergebnis: Die Schuhe sind schön, aber die Schuhriemen sehen aus wie durch de Futt jezogen.“ Er selber zog immer wieder kräftig Redewendungen durch den Kakao, etwa „Sich auf et Ohr hauen“, „Ich muss ens eraus, mir fällt de Deck op de Kopp“ oder „Inne Diele liecht enne Läufer.“

Hausmann: „Da werden die in Hannover an einen Sportunfall denken.“ Egal, ob die piepsende Einparkhilfe, die „Dos Nivea“ und die „Dos Penaten“, ob Männer und ihre Kleidermarotten, ob gesungen im Duett oder vorgetragen als Redebetrag — die Besucher waren von diesem Abend völlig von den Socken und klatschten, was das Zeug hergab. Allen wurde klar: „Die Substantivierung des Possessivpronomens, datt is nix Fieses.“