Düren: Jürgen B. Hausmann begeistert in der Arena 2000 Besucher

Düren : Jürgen B. Hausmann begeistert in der Arena 2000 Besucher

Dieser Mann ist grandios, obwohl er aussieht wie ein Spießer. Sein Anzug ist mausgrau und den Scheitel trägt er links. Alles völlig unauffällig, bis er den Mund aufmacht. In diesem Moment verwandelt sich der vermeintliche Spießer in einen ausgebufften Bühnenstar der Extraklasse. Die Pointen feuert er sanft, aber absolut zielsicher im Drei-Sätze-Takt ab, das Publikum lacht und hechelt vor lauter Wonne bis zum asthmatischen Hustenanfall.

Am Samstagabend genossen 2000 Menschen das Programm „Best of - Weihnachtsspecial“ in der Arena Kreis Düren, einmalig gut serviert vom Kabarettisten und Karnevalisten Jürgen B. Hausmann. Klar, im Dezember beschäftigen sich sehr viele Menschen in diesen Breitengraden mit einem Spektakel, das bereits im Sommer seine Schatten vorauswirft: mit Weihnachten. Jürgen B. Hausmann, der spießiges Leben gnadenlos, überspitzt und mit unnachahmlichem Dialekt aufs Korn nimmt, will dem Weihnachtsstress ein „Schnippschen“ schlagen, indem er den Baum bereits am 5. August kauft und mit weihnachtlichem Grillen startet. Doch die Hektik bleibt nicht aus, gerade auf dem technischen Geschenkesektor hat sich in den vergangenen Jahren viel bewegt. Soll es ein i-Pad sein oder ein i-Pod?

Ältere Menschen bevorzugen immer noch den i-Erlikör. Schwierig wird es dann auch unter dem Baum, wenn „de Pappa und Onkel Hans“ nach der Übergabe der elektrischen Eisenbahn das Kind nicht mitspielen lassen. „Datt regeln mir“, sagt dann die Mama, womit sie nicht ganz richtig liegt. Denn das Argument „Datt jeht nit, da is Strom drauf“ beinhaltet ein gewisses Gewicht. Drunter und drüber geht es, erzählt der generell etwas müde gewordene und ziemlich abgefüllte „Oppa“ lallend die Weihnachtsgeschichte. Oppa alias Jürgen B. Hausmann trägt vor: „Die drei Könije mit drei Morjen Land hatten in Bett-Lehem die besten Zimmer weggenommen.“ So mussten Jupp „un“ Maria sich was „Last Minute“ suchen, woraufhin das Jesuskind die Krippe bekam. Da Jürgen B. Hausmann die deutsche Grammatik biegt bis zum Knall und die Buchstaben flexibel bis zur Unkenntlichkeit ausspricht, klang das Wort „Krippe“ in diesem Fall wie „Grippe“.

Vor lauter Lachen vergaßen die Zuhörer manchmal sogar das Klatschen oder sie klatschten wie bei einer La-Ola-Welle alle schön hintereinander weg. Jürgen B. Hausmann, der im richtigen Leben Jürgen Becker heißt und am Heilig-Geist-Gymnasium in Würselen die Fächer Latein, Griechisch und Geschichte unterrichtet, ließ nicht locker. Da ging es ums Basteln mit großen Platten und kleinen „Pisselsstückchen und Tübchen Sekundenkleber“. Hausmanns Kommentar: „Datt muss dich liegen, datt liegt mich aber nich.“ Ergo klebte der Kleber bombig, allerdings nicht am großen „Fluchzeuch“, sondern am Bastlerdaumen. Weiter ging es um das Jucken im Schritt beim alleinigen Gedanken an Strumpfhosen aus Kindertagen und um Thermohosen. „Boah, da verreckse drin, wie inne Sackjasse.“ Speziell für die Langerweher gab der Kabarettist die Witze gerne etwas langsamer Preis, wie er mit einem Augenzwinkern anmerkte.

Alles in allem: Jürgen B. Hausmann, musikalisch begleitet von Harald Claßen, wohl eine der schönsten Bescherungungen, die man sich denken kann, da jibbet nix, ohweiohweiohwei.