Düren: Johannes Schröder mit Kabarettprogramm zu Gast im „Komm“

Düren : Johannes Schröder mit Kabarettprogramm zu Gast im „Komm“

Lehrer gelten ja gemeinhin nicht als besonders witzig, erst recht nicht Deutschlehrer. Der klassische Lehrerwitz enthält meist eine Metapher oder vielleicht ein schönes Wortspiel, hat vielleicht Schiller oder Goethe zum Thema und bis in der Klasse die ersten Lacher zu vernehmen sind, vergeht normalerweise etwas Bedenkzeit.

Während Johannes Schröders Humor eigentlich fast demselben Prinzip folgt, hat er es jedoch geschafft, mit seinem Programm „World of Lehrkraft - Ein Trauma geht in Erfüllung“ das Thema Schule und Lehrer zum Schreien komisch zu präsentieren.

Wir wissen ja schließlich alle, wovon der Herr Schröder im „Komm“-Kulturzentrum gesprochen hat. Waren wir nicht alle in der Schule und sind jetzt meist Eltern oder vielleicht selber Lehrer? Als also die Schulglocke ertönte und das Publikum auf Schröders „Guten Morgen 10b“ im Chor mit einem lang gezogenen „Guten Morgen, Herr Schröder“ antwortete, fühle man sich direkt in die eigene Schulzeit zurückversetzt.

Herr Schröder empfand diese freundliche Begrüßung aber irgendwie als nicht so ganz authentisch. Schnell wurden ein paar Störenfriede und natürlich ein Klassensprecher aus dem Publikum ernannt. Ihre Aufgabe: Bei der Begrüßung ganz authentische Einwürfe wie „Du Opfer“ oder „Geh Sterben“ in den Raum zu grölen. Auch private Gespräche könne man gerne in voller Lautstärke neben dem Programm weiter führen, das sei er schon gewohnt.

„Wenn ihr alle gut mit macht, machen wir heute auch fünf Minuten früher Schluss“, versprach Herr Schröder und begann sofort , sich mit seiner neue Klasse vertraut zu machen. Erst mal wurden die Lehrer im Publikum aufgespürt und nebenbei lernte er ganz fleißig Namen. Schröder spielte mit allen Klischees von seinem Auftreten im braunen Cordsakko bis hin zum Korrigieren des Publikums.

Wortneuschöpfung

Begeister erzählte er, was seine Schüler jüngst an die Tafel geschrieben hätten: „Jetzt wieder Deutsch bei dem Korrekturensohn“. Für Herrn Schröder einfach nur genial, ein Neologismus, eine Wortneuschöpfung, ein Geniestreich. Sprachanalyse, da wo eigentlich keine hin gehört, zählt zu seinen Spezialitäten.

So verglich er zum Beispiel sein Liebesleben mit einer Kurzgeschichte — gottseidank konnte eine Lehrerin aus dem Publikum zum allgemeinen Vergnügen alle ihre Merkmale korrekt aufzählen — nämlich ein offener Anfang, ein offenes Ende und meist nur ein Protagonist. Für die neu ernannte 10b im Keller des „Komm“ war die Doppelstunde mit dem „Korrekturensohn“ ein Heidenspaß.

(km)
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