Johann Lafer tischt in Düren für die Tafel auf

Spitzenkoch lockt Besucher zum Schlemmermarkt : Lafer tischt in Düren für die Tafel auf

Johann Lafer beim Dürener Schlemmermarkt

Spitzenkoch Johann Lafer hat am Mittwoch viele Gäste auf den Dürener Schlemmermarkt gelockt. Schon vor der Eröffnung war der Platz vor dem silbernem Food-Truck voll. Für den Perfektionisten gab es allerdings eine Herausforderung.

„Ich wollte immer schon einmal Straßenkoch sein. Das macht echt Spaß“, sagte Johann Lafer, nahm seine große Pfanne und schwenkte gekonnt leckere Garnelen darin herum, die kurz darauf in einer kalten Melonensuppe landen sollten. Der Fernsehkoch, der erst im Februar mit dem Papiermacherorden der KG „Närrische Nord-Dürener“ im Haus der Stadt ausgezeichnet worden ist, hat am Mittwoch fast zehn Stunden lang mit zwei Mitarbeitern auf dem Dürener Schlemmermarkt gekocht – und das für einen guten Zweck.

Der Erlös von 1200 Portionen Coq au Vin (Hähnchen in Rotwein) mit getrüffeltem Kartoffelpüree sowie Melonenkaltschale mit Chili-Garnelen kommt der Dürener Tafel zugute.

„Es ist das erste Mal seit vielen Jahren“, sagte der Spitzenkoch, „dass ich in einem Food Truck stehe. Das ist eine Herausforderung.“ Zum einen sei es in der Mini-Küche mit seinen beiden Kollegen schon „sehr kuschelig“. „Und ich möchte natürlich auch in diesem Rahmen auf einem gewissen Niveau kochen.“ Trotzdem, ergänzte der 61-Jährige, habe er nicht lange überlegen müssen, als die Anfrage für den Dürener Schlemmermarkt kam. „Bei der Verleihung des Papiermacherordens bin ich in Ihrer Stadt sehr warmherzig empfangen worden und habe mich unglaublich wohl gefühlt. Es war mir wichtig, Düren und den Menschen etwas zurückzugeben. Deswegen koche ich auch heute für die Tafel, also für Leute, denen es nicht so gut geht.“

Der Spitzenkoch hat Garnelen und Melonenkaltschale sowie Coq au Vin mit getrüffeltem Kartoffelpürree (Bild) gekocht. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Dass Lafer Perfektionist ist, merkte man auch beim Kochen im Food Truck. Jeden der Teller, den seine Mitarbeiter angerichtet haben, hat er genau unter die Lupe genommen, nicht selten hat er noch ein bisschen korrigiert, bevor das Gericht dem Gast überreicht wurde. „Es ist unglaublich lecker“, sagte Maria Körner, nachdem sie den ersten Bissen Kartoffelpüree gegessen hatte. „Bis jetzt dachte ich immer, meine Oma hätte das weltbeste Püree gekocht. Jetzt hat sie ernsthafte Konkurrenz. Wirklich toll. Und wann kann man überhaupt schon einmal ein Gericht von einem Fernsehkoch für 9,50 Euro essen?“

Auch als es zwischendurch anfing zu regnen, wurde die Schlange vor dem Lafer-Truck nicht kürzer, aber auch die anderen Beschicker des Schlemmermarktes konnten sich nicht beklagen. Überall war viel los, überall wurde viel gegessen. „Ich habe in diesem Jahr noch keinen Schlemmermarkt verpasst“, sagte Johann Großmann. „Aber so voll wie heute war es so früh noch nie. Viele scheinen wirklich wegen Johann Lafer gekommen zu sein.“ Und der wurde seinen Fans vollkommen gerecht. Nicht nur, dass er zwischendurch viel erzählte, er kam auch immer wieder auf den Platz vor seinem Truck, plauderte mit seinen Fans, schrieb Autogramme und stand sehr geduldig für unzählige Selfies bereit.

Schon vor der Eröffnung des Schlemmermarktes war der Platz vor dem silberfarbenem Food-Truck voll. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Übrigens gehörte zu Lafers Schlemmermarkt-Melonen-Kaltschale neben Biogemüse und -kräutern der Firma biofruit aus der Rurstadt ein weiteres original Dürener Produkt: Hans Heinrich Reinartz hatte 60 Baguettes aus seiner Backstube geliefert – und den Spitzenkoch so begeistert, dass der gleich 100 Stück für sein Restaurant bestellt hat, die er am Donnerstag vor der Heimfahrt auf die Stromburg abholt.

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