Kreis Düren: Jörn Langefeld: „Überwachungstendenz ist für mich ein rotes Tuch“

Kreis Düren: Jörn Langefeld: „Überwachungstendenz ist für mich ein rotes Tuch“

„Bürgerrechte stärken“ — diese Aussage auf den Wahlplakaten der FDP ist dem Bundestagskandidaten für den Kreis Düren, Jörn Langefeld, besonders wichtig. Das verwundert kaum, schließlich ist Jörn Langefeld Rechtsanwalt — und deswegen ist dieses Plakat auch gleich vor seinem Wohn- und Arbeitsplatz in Frenz zu finden.

„Die Tendenz des Staates, die Bürger zu überwachen, ist für mich ein rotes Tuch. Ich sehe die Gefahr, dass Freiheitsrechte mit Verweis auf die Terrorgefahr beschnitten werden.“ Seine Partei wolle den Anfängen wehren und sich für besseren Datenschutz und zum Beispiel gegen Vorratsdatenspeicherung und Rasterfahndungen einsetzen.

„Schluss mit Schulden“ ist ein weiterer Slogan der FDP. „Wir können nicht unsere Kinder für weitere Schulden zahlen lassen“, sagt Langefeld. „Das ist aber nur umsetzbar, wenn wir den Sozialstaat nicht weiter ausbauen.“ Den Vorwurf, dass die FDP eine Partei der sozialen Kälte sei, weist Langefeld zurück. Auf den Plakaten habe man aber bewusst nicht auf emotionale Themen gesetzt. „Wir wollen einen rationalen Wahlkampf führen“, sagt der 49-Jährige. Die bisherigen Standards seien auch ohne weitere Schulden zu halten, schließlich gebe es in Deutschland trotz der Krise in Europa eine gute Beschäftigungsquote, das Land stehe gut da. „Bisher haben wir also richtig gehandelt“, schlussfolgert Langefeld für die schwarz-gelbe Bundesregierung. Gut sei deswegen aber nicht alles. So wolle die FDP zum Beispiel das Steuersystem vereinfachen, um den „Apparat zu verschlanken“.

Die Finanzen sind das Thema, das auf den meisten FDP-Plakaten im Zentrum steht. So lautet eine Forderung: „Solide Finanzen. In Deutschland und Europa“. Langefeld hält eine europäische Bankenaufsicht für wichtig, die Regeln für Finanzmarkt aufstellt.

Die nicht so soliden Finanzen Griechenlands betrachtet Langefeld skeptisch: „Was in Griechenland passiert, ist ein Zeitspiel“ Der FDP-Politiker spricht sich dagegen aus, „gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen“, da sich die strukturellen Probleme damit nicht lösen lassen würden. „Was der Staat zahlt, zahlen die Bürger“, sagte Langefeld, der auch nichts von den sogenannten Euro-Bonds hält, die ein erster Schritt seien, die Schulden auf den Bürger zu schieben. „Starkes Deutschland. Starkes Europa“, steht auf anderen Plakaten. Langefeld ist überzeugt davon, dass Deutschland in vielerlei Hinsicht vorbildlich ist. Zum Beispiel was die Qualität der produzieren Güter und die der Ausbildung anbelange. „Und Deutschland muss auch Vorreiter sein, wenn es um solide Finanzen geht.“

Mit Blick auf seinen Platz am Ende der Liste und auf das Plakat, dass Rainer Brüderle zeigt und die Zweitstimme für die FDP einfordert, sagt Langefeld augenzwinkernd: „Die hilft mir natürlich wenig.“ Die andere Aussage des Plakates „Soli abschaffen, Deutschland entlasten“ unterstützt er aber voll. „Wir hatten noch nie so viele Steuereinnahmen. Es wird Zeit für eine Entlastung“, sagt Langefeld. Der Soli sei für den Aufbau Ost nicht mehr erforderlich und müsse nicht durch eine andere Abgabe ersetzt werden.