Düren: Investition über 7,5 Millionen Euro in zwei Ärztehäuser

Düren: Investition über 7,5 Millionen Euro in zwei Ärztehäuser

Im Park des Dürener Krankenhauses dürfte in naher Zukunft rege Bautätigkeit herrschen. Als architektonische „Zwillinge“ entstehen dort zwei sogenannte Ärztehäuser, die das Angebot des Krankenhauses vergrößern und die Versorgung der Patienten verbessern sollen.

Während im Ärztehaus Düren I die Pathologie unterbracht wird, soll im Ärztehaus Düren II ein Tumorzentrum eingerichtet werden. Am Dienstagabend gab der Kreistag grünes Licht für eine Beteiligung des Kreises Düren, bereits im Vorfeld hatte der Dürener Stadtrat positiv votiert.

Beteiligung privater Investoren

Kreis und Stadt sind Gesellschafter der Krankenhaus Düren gem. GmbH. Die Baukosten für beide Häuser summieren sich auf rund 7,5 Millionen Euro. Die Bezirksregierung Köln muss noch den Daumen heben.

Zur Finanzierung hat das Krankenhaus ein Modell der Co-Finanzierung gewählt. Will heißen: Private Investoren beteiligen sich an beiden Projekten, die kommunale Klinik bringt sich über die sogenannte „Krankenhaus Düren Trägergesellschaft“ ein, um den gesetzlichen Versorgungsauftrag sicherstellen zu können.

Im Fall des Ärztehauses I hält die Krankenhaus-Gesellschaft 25, im Fall des Tumorzentrums 49 Prozent der Anteile. Die übrigen Anteile werden von privaten Investoren übernommen, dabei handelt es sich um Mediziner aus dem Klinik-Umfeld. Ein Schwerpunkt des kommunalen Krankenhauses ist die Behandlung von Tumorerkrankungen. Dies ist im Versorgungsauftrag des Landes NRW festgeschrieben.

In Düren werden interdisziplinär mehrere Tausend Patienten jährlich in den Fachdisziplinen Hämato-Onkologie, Gastroenterologie, Strahlentherapie, Urologie, Gynäkologie und Viszeral- und Thoraxchirurgie stationär behandelt. Zusätzlich werden rund 120 Patienten täglich ambulant versorgt.

„Die Hämato-Onkologische Ambulanz ist derzeit im Kellergeschoss des Gebäudes untergebracht. Trotz zahlreicher baulicher Verbesserungen entspricht die Situation auch angesichts stetig wachsender Patientenzahlen nicht mehr den heutigen räumlichen Ansprüchen“, erklärt Krankenhaus-Sprecher Christoph Lammertz auf Anfrage unserer Zeitung die Gründe des Neubaus.

Nach einer Bauzeit von rund einem Jahr sollen Patienten künftig in einem modernen, hellen Neubau behandelt werden. Neben der onkologischen Ambulanz des Krankenhauses sollen eine öffentliche Apotheke mit der Spezialisierung auf die Versorgung von Tumorpatienten, eine palliativmedizinische Praxis, eine uro-onkologische Praxis sowie die gastroenterologisch-onkologische Praxis des Krankenhauses in das Ärztehaus einziehen.

Mit dem Bau des Ärztehauses I wird ein ähnliches Ziel verfolgt, unterstreicht Krankenhaus-Sprecher Christoph Lammertz. Die Räume der Pathologie seien den gestiegenen Anforderungen kaum mehr gerecht geworden. „Für uns war es wichtig, eine Pathologie am Standort zu halten, weil die unmittelbare Beteiligung der Pathologen vor Ort für die Patienten viele Vorteile bringt“, sagt Lammertz. So können Gewebeproben beispielsweise während einer OP untersucht werden.

Das Gebäude, in dem die Pathologie derzeit untergebracht ist, wird später nicht abgerissen, sondern für eine neue Nutzung umgebaut. Dort soll nach Einweihung der beiden Ärztehäuser das derzeit in Planung befindliche „Bildungszentrum“ des Krankenhauses für medizinische Berufe entstehen, in dem die vielfältigen ärztlichen und pflegerischen Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote des Krankenhauses unter einem Dach gebündelt werden, erklärte Lammertz.

Vorbild für die Ärztehäuser war übrigens ein Projekt in Trier, an dem sich die Dürener nicht nur architektonisch orientiert haben.

Mehr von Aachener Zeitung