Internationaler Museumstag im Kreis Düren bietet Vielfalt

Internationaler Museumstag : Rittersleute, klingende Skulpturen und Dürener Bräuche

Die Vielfalt macht den Reiz aus. Das findet jedenfalls Gert Klein vom „Deutschen Ritterconvent“. In der Rolle von mittelalterlichen Adligen hatten Gert und Bettina Klein im Schatten der Burg Nideggen ihr Quartier aufgeschlagen. Begleitet wurden sie von rund 30 Gleichgesinnten, die in die Rollen von Handwerkern, Rittern, Musikern und Bauern schlüpften und das Mittelalter detailgetreu und historisch korrekt wieder lebendig werden ließen.

Vom Bauern bis zum Kaiser war alles vertreten. Vielfalt erleben – eine Überschrift, die wohl am besten zum Internationalen Museumstag passte.

Am Sonntag beteiligten sich viele Museen entlang der Rur an diesem Aktionstag, der einem möglichst großen Publikum die Bandbreite der musealen Arbeit vermitteln soll. Die Museen lockten mit freiem Eintritt und vielen Aktionen Stammgäste ebenso wie neue Besucher an. Das Burgenmuseum Nideggen beispielsweise arbeitete mit dem „Deutschen Ritterconvent“ zusammen, um den Besuchern etwas Besonderes zu bieten. Es gab ein ganzes Zeltlager zu entdecken, samstags und sonntags lockten eine Modenschau, Musik und eine Waffenschau im Palas der Burg.

Im Leopold-Hoesch-Museum und im Papiermuseum in Düren wurde das Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ gefeiert. Neben Werken, Führungen und Gesprächsrunden gab es Workshops für Kinder und Jugendliche mit den Künstlern Simone Lanzenstiel und Tom Früchtl. Die Teilnehmer erschufen aus Pappe und Papier Klangskulpturen. Die Idee, mit Musik und Skuptur zwei Genres zu verbinden, steht in bester Bauhaus-Tradition.

Alte, neue und vergessene Dürener Traditionen standen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung des Stadtmuseums. Ein halbes Jahr lang hatte sich das Team darauf vorbereitet. An sieben Stationen wurden Bräuche vorgestellt – vom Karneval über kirchliche Traditionen bis hin zum Entenrennen. „Das ist ein schönes Thema, zu dem bislang noch nicht gearbeitet worden ist“, sagte Sarah Höner, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums. Für das Team war die einmalige Schau ein Startschuss, um sich noch intensiver mit Dürener Bräuchen und Traditionen auseinanderzusetzen.

Wer glaubte, der Karneval sei an allen Orten gleich, irrte sich. Sarah Höner: Der Dürener Karneval hatte bereits im 19. Jahrhundert seine eigenen Bräuche. Nach der Gründung des Festordnenden Komitees 1832 durch die Preußen in Köln setzten sich „kölsche Einflüsse“ auch in Düren durch. Vorgestellt wurden ebenfalls Bräuche von Zuwanderern wie Ramadan und das Zuckerfest. In Form eines Mobiles präsentierte das Museum unter anderem den Peter-und-Paul-Lauf, das Turmblasen an Heiligabend auf dem Turm der Annakirche und das Mundartfestival. Wo man am Sonntag auch hinschaute: Überall herrschte bunte Vielfalt.

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