Düren: Ina Hagenau stellt im Haus der Stadt ihre CD „Novemberland“ vor

Düren: Ina Hagenau stellt im Haus der Stadt ihre CD „Novemberland“ vor

Ansatzlos ließ Ina Hagenau mit ihrer Stimme im Foyer des Hauses der Stadt Stimmungen aufleben, als sie mit ihrer Band die gemeinsame CD „Novemberland“ vorstellte. Was folgte, war ein entspannter Abend mit stimmungsvoller Musik, die aber keineswegs zur Stimmungsmusik mutierte.

Die Überraschung des Konzertes war, wie die Sängerin augenzwinkernd ankündigte, dass der eingefleischte Jazzpianist Stefan Michalke, der einige Kompositionen für die CD schrieb, Pop spielte. Virtuos wie immer seine Piano-Soli, wenn sich die Musik in verschiedenen Genres zu bewegen schien.

Überhaupt lieferte die Band, zu der Sebastian Bauer an den Drums und Stefan Berger am Bass für den verhinderten Ben Tai Trawinski von der Ursprungsbesetzung gehörten, eine überzeugende und kreative Leistung. Die Männer um die Sängerin und Songwriterin waren mehr als nur eine reine Begleitband, sondern setzten, jeder für sich, an ihren Instrument erstaunliche Akzente.

Elemente des Jazz wurden mit Popeinflüssen gekoppelt, Raum für Improvisationen geschaffen, in der sich Tonfolgen entwickeln konnten. Die Art der Interpretation durch Ina Hagenau erzeugte eine eigentümliche Klangfarbe. Ihre facettenreiche, oft eindringliche Stimme schuf eine dichte Atmosphäre, in der ihre musikalische Sinnsuche, ihre Fantasien, die Beschreibung von Alltagsthemen oder Existenziellem nachzuvollziehen war.

Manchmal hatte man aber auch das Gefühl, dass durch die Hintertür der „seelische Novemberblues“ ins „Novemberland“ einzog und Novemberzeit mit Novemberzustand verbunden wurde durch die ausgefallene Intonation. Das Quartett verstand es, Klang und Raum wirken zu lassen, wenn anheimelnde Balladen oder poppig angehauchte Songs ohne Hang zum Kitsch erklangen. Die Musiker zeigten ihre Klasse bei den instrumentalen Parts.

So wurde das exzellente Konzert von einem intimen, gedankenversunkenen Klang bestimmt, das aber dennoch der Günter Grass Sonette „Die Angst geht um, November droht zu bleiben / Nie wieder langer Tage Heiterkeit...“ trotzte.

Kein einfacher Abend für die Zuhörer, aber mit sehr hörenswerten Aufnahmen, die auf der CD zum Teil auch anders instrumentiert sind, als in der manchmal etwas kargen „Foyer-Fassung“.

(has)
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