Düren: In Via spricht von alarmierenden Übernachtungszahlen

Düren: In Via spricht von alarmierenden Übernachtungszahlen

Freude bei den Verantwortlichen von Café Lichtblick: Aus dem Erlös ihrer Maikundgebung überreichten jeweils zwei Vertreter der IG Bergbau & Chemie, der Ortsgruppen Düren und Niederzier, sowie zwei Vertrauensleute der Gewerkschaft in der Niederlassung von Metsä Tissue Untermaubach 900 Euro als Spende an den Verein In Via Düren-Jülich.

Die Vorsitzende, Sieghild von Gagern, und Geschäftsführer York Sommereisen nahmen die Spende entgegen. Sieghild von Gagern informierte die Gewerkschaftsvertreter über die Arbeit des Vereins, insbesondere über das Angebot von Café Lichtblick.

Dabei wies sie daraufhin, dass das Café jährlich mehr als 8000 Essen (3600 Frühstücke, 4600 Mittagessen) ausgibt.

„Die Zahl steigt von Jahr zu Jahr und zeigt den großen Bedarf, der unter den von Armut betroffenen Gästen aus Düren und dem Kreisgebiet besteht“, führte sie aus. Spenden seien rar geworden, der Zuschussbedarf zur Unterhaltung des Cafés läge im fünfstelligen Euro-Bereich.

„Bei unseren Besuchern handelt es sich überwiegend um Menschen, die schicksalhaft aus der Bahn geworfen wurden und mit großen Schwellenängsten bei uns um Hilfe anfragen“, erläuterte von Gagern. Darunter seien inzwischen auch häufiger Alleinerziehende und immer mehr Besucher, die vor ein paar Jahren noch zur klassischen Mittelschicht gehört hätten. „Das Armutsrisiko ist in den letzten Jahren enorm gestiegen“, sagte York Sommereisen. Dies beträfe insbesondere Arbeitslose aber auch alleinerziehende Mütter und Väter oder ältere Menschen.

Als „alarmierend“ nannte Sieghild von Gagern die gestiegene Anzahl der Notübernachtungen in der Stadt Düren. Von knapp 4800 im Jahr 2009 habe sich die Zahl auf 8400 im Jahr 2013 fast verdoppelt. Damit läge die Stadt zwar im allgemeinen Landestrend, „die Zahlen müssen aber dennoch die Kommunalpolitiker in unserer Stadt wachrütteln“, betonte sie.

In Via ist aktuell auf der Suche nach einem größeren Gebäude, um dieses für betreutes Wohnen und stationäre Wohnheimplätze nutzen zu können. Der Verein würde sich sehr freuen, wenn sich sozial engagierte Eigentümer bei York Sommereisen melden würden.

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