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Segen für alle: „In unserer Kirche grenzen wir niemanden aus“

Segen für alle : „In unserer Kirche grenzen wir niemanden aus“

Wie viele Gemeinden in Deutschland spendete die Pfarre St. Lukas am Gedenktag des Noah einen Segen für alle Partnerschaften. Dabei sollten keine Paare ausgeschlossen werden.

„Wir feiern die Vielfalt der verschiedenen Lebensentwürfe und Liebesgeschichten von Menschen und bitten um Gottes Segen. Ganz ohne Heimlichkeit.“ Pfarrer Ernst-Joachim Stinkes betonte zu Beginn des Gottesdienstes im Freigelände vor dem Muttergotteshäuschen, dass der Segen allen Menschen gelte.

Er – und mit ihm die Pfarre St. Lukas – wolle damit kein Politikum schaffen. Vielmehr hatten das Pastoralteam und der GdG-Rat der Pfarre bereits im Vorfeld klargestellt, dass hiermit eine Praxis fortgesetzt wird, die in der Gemeinde seit langem Usus sei.

In der Erklärung hieß es unter anderem: „Wir sind empört angesichts der Absage der Glaubenskongregation, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften einen Segen zu erteilen. Als Mitglieder der katholischen Kirche erheben wir unsere Stimme: In unserer Kirche grenzen wir niemanden aus und lassen Diskriminierungen nicht zu.“ Und: „Kein Mensch darf wegen seiner sexuellen Orientierung verurteilt und ausgegrenzt werden. Da Gott jeden Menschen liebt, ist es für uns nur vorstellbar, dass Gott zwei Menschen, die sich lieben, auch mit liebenden Augen ansieht und segnet.“

Jeder Mensch solle mit seiner eigenen Identität leben und das Glück erfahren können, das Gott uns Menschen schenken will. „Wenn zwei Menschen sich für eine verbindliche Partnerschaft entscheiden und Gottes Segen für ihren gemeinsamen Glaubens- und Lebensweg erhoffen, ist unsere Pfarre ein Ort, an dem sie diesen Segen Gottes zugesprochen bekommen und feiern können. Wir respektieren und schätzen die Liebe zweier Menschen zueinander.“

Für die Gemeinde sei es ein wesentlicher seelsorglicher Auftrag, Menschen in wichtigen Momenten ihres Lebens zu begleiten und „die Nähe unseres Gottes in Zeichen und Worten erfahrbar zu machen“.

Stinkes betonte, dass jeder Segen, der von einem Geistlichen ausgesprochen werde, letztlich doch von Gott komme. Bildhaft beschrieb er: „Wir sind also nur die Durchlauferhitzer.“ Und es sei genauso möglich, dass jeder Mensch einen anderen segne. Er forderte deshalb die Gemeinde auf, jeder möge doch seinen Partner oder seinen Nachbarn segnen. Die ebenso menschliche wie eindringliche Andacht wurde musikalisch von Kantor Reinhard Berg und Ulla Korfhage begleitet. Einige Paare nutzten im Anschluss die Gelegenheit, sogenannte „Liebes-Schlösser“ am Zaun des Geländes anzubringen.