Pier/Jüngersdorf: In Pier entsteht eine neue Kita

Pier/Jüngersdorf: In Pier entsteht eine neue Kita

Der Bedarf ist unbestritten: „Schon jetzt sind nahezu alle Plätze belegt“, betonte Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels am Donnerstag beim offiziellen Startschuss zum Bau des neuen Kindergartens am Umsiedlungsstandort Pier. Und deshalb drängt die Zeit. Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres im August 2014 soll die neue zweigruppige Einrichtung, eine Dependance der Kita Jüngersdorf, ihre Pforten öffnen.

Dann stehen 40 weitere Plätze, darunter zwölf für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren (U3), zur Verfügung.

Gebaut wird das 1,24 Millionen Euro teure Projekt von der Gesellschaft für Infrastrukturvermögen des Kreises Düren (GIS). Die Gemeinde ihrerseits tritt in den kommenden 30 Jahren als Mieter auf. Ein Risiko mit Blick auf den demografischen Wandel und die sinkenden Geburtenzahlen?

Göbbels verneint. Denn — und darauf haben die Initiatoren mit Architektin Sibylle Dünn-Bürger geachtet — das ebenerdige und damit barrierefreie Gebäude entsteht in multifunktionaler Bauweise. Sollten die Kinderzahlen in den kommenden Jahren deutlich sinken, könnte das Haus mit geringem Aufwand auch seniorengerecht umgebaut werden, unterstrich GIS-Geschäftsführer Peter Kaptain.

Dass es so weit kommt, glaubt Gregor Dürbaum, Leiter des Kreis-Jugendamtes, freilich nicht: „Ich erwarte, dass vielmehr der Bedarf an U3-Plätzen weiter steigen wird.“ Zudem verwies er darauf, dass die neue Kita in Pier auch für die Inklusion geeignet sein wird. Das heißt: Auch gehandicapte Kinder können in der Einrichtung betreut werden.

„Jede der beiden Kita-Gruppen erhält einen großen Gruppenraum, einen Neben- und einen Ruheraum“, erklärte die Architektin am Donnerstag beim symbolischen Spatenstich. Darüber hinaus werden beide Gruppen über einen U3-gerechten Sanitärbereich mit Wickelmöglichkeit verfügen. Die Multifunktionalität des Gebäudes wird zudem im variablen Raumkonzept deutlich. Schiebewände werden eine Öffnung der Gruppenräume hin zum Foyer ermöglichen, erklärte Sibylle Dünn-Bürger.

Mit Blick auf die heftig geführte Diskussion über die Höhe von Kreis- und Jugendamtsumlage machte Landrat Spelthahn am Donnerstag aber deutlich, dass mit dem dringend benötigten Neubau des Kindergartens in Pier natürlich auch wieder die laufenden Kosten des Jugendamtes steigen werden. Spelthahn nutzte die Gelegenheit, um einmal mehr Bund und Land in die Pflicht zu nehmen, sich bei guten Projekten wie der U3-Betreuung auch an den laufenden Kosten zu beteiligen.

(ja)
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