Langerwehe: In Langerwehe werden die Karten ganz neu gemischt

Langerwehe: In Langerwehe werden die Karten ganz neu gemischt

Ins Langerweher Rathaus zieht nach der Kommunalwahl ein neuer Bürgermeister ein. Franz-Josef Löfgen (CDU) tritt nach zwei Amtszeiten am 30. August nicht mehr an. Mit Heinrich Göbbels (CDU), Hans-Uwe Endrigkeit (SPD) und Elke Baumann (FDP) gehen gleich drei Kandidaten für die Nachfolge ins Rennen.

Bildung und Wirtschaft

Seit 1999 ist Heinrich Göbbels stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Langerwehe. Sein Motto im Wahlkampf um das Bürgermeisteramt lautet: „ehrlich, offen, bürgernah.” Zwei große Themenkomplexe hat er sich auf die Fahne geschrieben: Bildung und Wirtschaft.

Dabei will er den eingeschlagenen Weg Franz-Josef Löfgens weitergehen. Damit meint er unter anderem den weiteren Ausbau sowie die Modernisierung von Schulen und Kindertagesstätten. In Sachen Entwicklungsgesellschaft Langerwehe (EGL) setzt er auf einen langen Atem: „Wir müssen Geduld haben. Die allgemeine konjunkturelle Lage sieht momentan nicht sehr gut aus. Wenn die Konjunktur anzieht, hoffen wir, dass sich auch die Lage der EGL wieder bessert.”

Dass hofft der CDU-Kandidat auch in Bezug auf die allgemeine finanzielle Situation der Gemeinde. „Der Sparzwang ist da, aber mehr sparen können wir nicht - schon gar nicht am Personal. Langerwehe muss lebenswert bleiben. Sinnvoll und im bescheidenen Rahmen können wir investieren”, sagt Göbbels.

Um das zu gewährleisten, will Göbbels „alle Investitionen auf den Prüfstand stellen”. Investieren sollen auch neue Bürger und Gewerbebetriebe. Die möchte der CDU-Kandidat in der Gemeinde ansiedeln. Dank der verkehrsgünstigen Lage sieht er dabei gute Chancen. Mit den Nachbarkommunen soll künftig noch enger zusammengearbeitet werden.

Außerdem will er die Verwaltung zum modernen Dienstleistungszentrum ausbauen, das Vereinswesen samt Ehrenamt fördern und den Spagat zwischen Ökologie und Ökonomie schaffen.

Hans-Uwe Endrigkeit wurde 1963 geboren und lebt in Obergeich. Der Diplom-Verwaltungswirt möchte „Langerwehe gestalten mit Kreativität und Mut”.

Trotz der finanziellen Schwierigkeiten will er in die Jugendarbeit investieren. „Da muss etwas getan werden, schließlich wird dort auch präventiv gearbeitet”, sagt er und verspricht günstigere Personalausstattung und finanzielle Unterstützung. Das soll auch im Kampf gegen Rechts helfen. Zudem möchte Endrigkeit dem Dürener Bündnis gegen Rechts beitreten.

Die Gruppe der Senioren soll ebenfalls in den Fokus rücken. Die EGL will er „intensiv ins Auge fassen” und sich um eine bessere Vermarktung des Baugebietes „Seelebach” kümmern. Gleichzeitig will er verstärkt für Langerwehe werben: „Wir haben Einiges zu bieten, und das müssen wir herausstellen, um die Gemeinde auch über die Grenzen hinaus bekannt zu machen.”

Endrigkeit möchte moderne Verwaltungsstrukturen schaffen und setzt dabei auf eine glaubwürdige und bürgernahe Politik.

Alternative Energien stehen ebenso in seinem Programm wie der Ausbau von Schulen und Kindergärten. Ein großes Anliegen ist dem Sozialdemokraten die Umstrukturierung des ÖPNV. „Der Ortskern ist gut angebunden, aber die Ortschaften Langerwehes nicht”, sagt Endrigkeit. Rufbusse oder Ruftaxis nennt er als mögliche Alternativen zur Umstrukturierung des ÖPNV.

Dass die Grünen sich hinter den SPD-Kandidaten gestellt haben, während CDU und FDP sich auf keinen gemeinsamen Kandidaten einigen konnten, wertet Endrigkeit als positives Zeichen.

„Wir haben lange überlegt, was wir machen”, sagt Rudi Frischmuth, Vorsitzender der Langerweher FDP. Das Ergebnis der Überlegungen ist 37 Jahre alt, kommt aus Kerpen und hört auf den Namen Elke Baumann. „Es wird Zeit, dass Verwaltung aus anderen Perspektiven betrieben wird”, sagt die Volljuristin und ergänzt: „Franz-Josef Löfgen hört auf, die Karten werden also neu gemischt. Es heißt Wahl, also wollen wir den Bürgern auch eine Wahl anbieten.”

Ein Dorn im Auge ist der begeisterten Schwimmerin die EGL. „Die EGL ist ein Schuldenträger, für den wir Bürgschaften in Millionenhöhe übernommen haben. Auf die Gemeinde kommen eine Menge Schulden zu”, moniert Baumann, die beim Bundesamt für Zivildienst arbeitet. „Auf der anderen Seite wurden die Mittel für Jugendliche und Senioren gestrichen. Wir sind gegen diese Kürzungen”, betont sie. „Wir haben ein Ausgabenproblem”, sagt Baumann.

Schulen modern ausstatten

Sie sagt auch, wie sie das ändern will: „Die Verwaltungsstruktur können wir ändern, etwa aus den fünf Abteilungen drei machen. Mit den Nachbarkommunen sollten wir enger zusammenarbeiten. Viele Aufgaben können wir selbst übernehmen, statt teure Ingenieurbüros zu beauftragen.” Dabei denkt die FDP-Kandidatin nicht an Entlassungen. Weiterhin verfolgt die 37-Jährige das Ziel, Kindergartenplätze beitragsfrei anzubieten. Zudem möchte sie Schulen modern ausstatten und sie vor Ort erhalten. In Sachen Energie stellt sie die Frage: „Wir können die Abwärme des Kraftwerks sinnvoll nutzen. Teile von Aachen werden bereits so versorgt. Warum geschieht das nicht bei uns?”

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