Düren: Improvisationstheater „Springmäuse“ holt Publikum mitten ins Geschehen

Düren: Improvisationstheater „Springmäuse“ holt Publikum mitten ins Geschehen

Weihnachten ist ja für jeden anders. Man sucht sich gerne aus, ob man einen echten oder einen Plastikbaum kauft oder ob es Gans oder doch einen Braten zum Weihnachtsessen gibt. Nach dieser Philosophie gestaltete die Truppe vom Improvisationstheater „Springmäuse“ einen ganz Individuellen Weihnachtsabend mit Sketchen, kleinen Szenen und Musik.

Das Schöne am Improvisationstheater: Es heißt nicht nur zuschauen, sondern mitmachen. Nach ein paar Aufwärmübungen, dazu gehörte unter anderem, wie ein brünstiger Hirsch zu röhren, war das Publikum im Haus der Stadt ganz aktiv mit dabei. Für Theaterbesucher, die lieber ganz ungestört auf ihrem Platz bleiben wollen, war diese Weihnachtsvorstellung auf jeden Fall Nichts.

Es ging los mit einer mehr oder weniger historisch akkuraten Weihnachtsgeschichte von Düren und prompt marschierte das Ensemble als Heilige drei Könige zwischen den Stuhlreihen. Auf der Suche nach einem Heiland für die Vorstellung musste Thomas aus dem Publikum dran glauben und durfte auf der Bühne Platz nehmen. Es folgten einige kleine Sketches jeweils als Reaktion auf ein Wort aus dem Zuschauerraum.

Die Interpretation der „Springmäuse“ war wahrlich zum Lachen. So entstand zu „Würselen“ schnell eine gewitzte Szene über Martins Karrierepläne: „Erst Bürgermeister, dann Bundeskanzler, dann die Weltherrschaft“. Und zum Wort „Videobeweis“ reichte schon ein Satz, so dass sich das Publikum nicht mehr halten konnte: „Schatz, ich bin ganz sicher, dass du keinen Orgasmus hattest.“

Auch musikalisch wurde fleißig improvisiert. So war das Publikum angehalten, sich ein Weihnachtslied auszusuchen — die Wahl viel schnell auf „Leise rieselt der Schnee“. Beeindruckend einstimmig sang dann erst mal der ganze Saal den Weihnachtsklassiker, bevor Paul Hombach am Klavier damit einen Ausflug durch alle Stilrichtungen machte. Von Bach bis Grönemeyer, überall fand sich die Melodie wieder. Nur mit Schlager tat er sich etwas schwer: „Wie soll ich denn dieses einfache Lied jetzt noch einfacher machen?“

Die Weihnachtsvorstellung der „Springmäuse“ hielt, was sie versprochen hatte, und entpuppte sich als ganz individuelle und herausragend witzige Show. Dass alle Darsteller Vollprofis in der Improvisation sind, war nicht zu überhören. Wandlungsfähig, schnell und mit dem nötigen Biss entstanden herrlich komische Szenen und Sketches. Wer das Stillsitzen im Theater satt hat, der ist bei den „Springmäusen“ genau richtig.