Düren/Wuppertal: Im Ruhestand zur Doktorwürde

Düren/Wuppertal : Im Ruhestand zur Doktorwürde

Geboren wurde Matthias Dohmen vor 67 Jahren in Düren, aufgewachsen ist er in Rölsdorf. Seinen Doktorhut hat sich der in Wuppertal lebende Journalist in Düsseldorf „erarbeitet“. In seiner Dissertation, die im Juli publiziert wird, beschäftigt er sich mit dem Verhalten der Historiker im Kalten Krieg — in der DDR und in der Bundesrepublik. Er knüpft damit an seine vor 40 Jahren geschriebene Magisterarbeit an.

„Ich wollte immer schon promovieren“, sagt Dohmen. Vor 20 Jahren habe er parallel zum Beruf mit einer Doktorarbeit begonnen. „Das war nebeneinander aber nicht zu leisten“, sagt er und lacht. Die Pläne wurden nicht weiter verfolgt. Aber auch nicht abgeschrieben. „Mit dem Ruhestand hatte ich viel Zeit.“ Er nahm das Projekt Doktorarbeit wieder auf.

Zunächst musste er sich etwas umgewöhnen. Als Journalist habe er es verinnerlicht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Plötzlich musste er wieder seine seit der Studienzeit etwas erkaltete Liebe zu Fußnoten neu entfachen. „Es hat nicht nur Spaß gemacht“, berichtet der 67-Jährige, der sich beizeiten wie ein „Ertrinkender in der Universitätsbibliothek“ gefühlt habe.

Etwa vier Jahre hat Dohmen, der nach einem Schicksalsschlag als Schüler die Stadt Düren und das Stiftische Gymnasium verlassen musste, an der Dissertation gearbeitet. Während dieser vier Jahre Zeit sei er von den Studenten an der Uni oft für einen Professor gehalten worden, schmunzelt er. 360 Seiten ist das Werk stark. „Beide Gutachter haben mir attestiert, verständliche Formulierungen benutzt zu haben“, sagt er. Das freut den Journalisten im Doktor.

(sj)