Nideggen: Im Kurpark der Kunst ein Zuhause geben

Nideggen: Im Kurpark der Kunst ein Zuhause geben

In unseren Tagen fehlt an allen Ecken und Kanten das Geld. Da ist Eigeninitiative gefragt. Diese Eigeninitiative zeigen einige Mitglieder des Kunst- und Museumsvereins Nideggen.

Seit etwa einem Jahr rödeln sie Woche für Woche im Kurpark herum, um dort der Kunst ein Zuhause zu geben. Die ersten Skulpturen sollen zur 700-Jahr-Feier des Eifelstädtchens Wege und Plätze im Park am Zülpicher Tor schmücken. Interessierte Künstler ständen mit ihren Werken in den Startlöchern, verriet der Vorsitzende des Vereins, Wolf-Dieter Keß, bei einer Begehung des Kurparks.

Der Weg ist noch weit

Der Weg zum Skulpturenpark ist noch weit, vor allen Dingen steinig und mit viel Schweiß verbunden. Ein Lied davon singen kann Horst Götze, der jede Woche viele Stunden im Park arbeitet, Bäume fällt, die das Forstamt ihm zugewiesen hat, oder auch nur schlicht dafür sorgt, dass das Gras auf normaler Höhe bleibt, anders als in einigen Anlagen Nideggens, wo das Unkraut schon den Blick auf die schöne Landschaft verhindert. Seine fleißigen Mitstreiter Ulli Laube und Heinz Berretz sind wie viele andere ebenfalls mit Enthusiasmus im Einsatz, um den Kurpark wieder begehbar zu machen.

In der Zwischenzeit hatten die Mitglieder des Kunst- und Museumsvereins schon gehofft, dass ein so genannter „Mehrgenerationen-Park” errichtet werden könnte, in dem die Skulpturen auch Unterschlupf gefunden hätten. Doch das Projekt musste abgeblasen werden, weil die Stadt einen zehnprozentigen Zuschuss von 10 000 Euro zurzeit nicht leisten kann. Das Gesamtprojekt wäre von der Landesregierung mit 100 000 Euro bezuschusst worden. „Aufgeschoben bedeutet nicht aufgehoben”, zeigte sich Vorsitzender Keß guter Dinge. „Vielleicht hat die Regierung irgendwann ein Einsehen und verzichtet auf den Beitrag der Stadt Nideggen.”

Neben den Rodungsarbeiten mussten Wege gepflastert werden, Eisenbahnschwellen, die seit Jahzehnten die Hänge abfangen, wurden teilweise mit Pflanzsteinen ersetzt, andere Schwellen müssen noch ausgetauscht werden.

Terrasse wieder begehbar

Die Terrasse am ehemaligen Springbrunnen und der Sitzplatz in Richtung Burg und Teufelstritt sind wieder begehbar und der Wanderer kann sich auf restaurierten Bänken ausruhen. Der Wildwuchs ist nahezu gestoppt.

Was muss noch getan werden? Einige Hänge müssen noch abgestützt werden. Hinzu wird eine Neubepflanzung nicht zu umgehen sein. Für die Plätze, wo die Skulpturen stehen werden, müssen Fundamente gegossen werden. Als ärgerlich empfinden die ehrenamtlichen Arbeiter im zukünftigen Skulpturenpark, dass immer wieder Schrott und Müll aus der Bauruine Kaiserbau in den Park geworfen werden.

„Wir brauchen viel Unterstützung in Form von Muskelkraft”, warb Keß für das Projekt Skulpturenpark. Auch Sponsoren seien willkommen, um die Kosten zu decken. Keß betonte, dass der Kunst- und Museumsverein Nideggen gemeinnützig sei und somit berechtigt, Spendenquittungen auszustellen. Wer sich beteiligen möchte, kann sich bei Wolf-Dieter Keß, 02427/901433, melden.

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