1. Lokales
  2. Düren

Düren: Im Fundbüro: Trauriger Hase neben Handys und Schmuck

Düren : Im Fundbüro: Trauriger Hase neben Handys und Schmuck

Der Plüschhase scheint irgendwie traurig dreinzuschauen. Er liegt als Fundnummer 42/07 seit Monaten im Panzerschrank des Dürener Fundbüros zwischen Bergen von Handys, Batterien von Brillen und Kisten mit Schmuckstücken und Uhren.

Irgendwann im letzten Jahr ist das Kuscheltier abgegeben worden in der Annahme, es könnte schmerzlich vermisst werden. Doch bis heute hat sich der Verlierer oder die Verliererin nicht gemeldet. Mit ziemlicher Sicherheit ist in dem Falle die Hilfe von Erwachsenen nötig.

Über den Daumen gepeilt rund 800 Mal werden in jedem Jahr gefundenen Sachen beim Fundbüro abgegeben. „Manchmal”, so verrät Ellen Stein, die zuständige Sachbearbeiterin, „meldet sich schon wenige Stunden nach Einlieferung einer Fundsache der Verlierer bei uns.” Das allerdings sei eher die Ausnahme.

Oft vergehe auch eine gewisse Zeit, ehe ein verlorener Gegenstand überhaupt gefunden oder bei der Stadtverwaltung abgegeben wird. Aus diesem Grund rät Ellen Stein den Verlierern auch, sich nach ein paar Tagen oder Wochen noch mal zu melden und nachzufragen, ob denn der Schlüssel, das Fahrrad oder die Handtasche zwischenzeitlich abgegeben wurde. Zu den eher seltenen Fundstücken gehören aber auch Zahnprothesen oder Rollstühle.

Wenn die Mitarbeiter des Fundbüros durch Papiere, Scheckkarten oder andere Hinweise den Verlierer oder die Verliererin ermitteln können, erfolgt natürlich sofort eine Benachrichtigung. In den meisten Fällen allerdings bleibt die ordnungsgemäße Rückgabe oft ein Zufall, weil Verlierer sich überhaupt nicht melden oder zu schnell die Hoffnung aufgeben. Doch Nachfragen kann sich lohnen, denn 25 bis 30 Prozent der Verlierer erhalten die erlösende Nachricht, dass ihre verlorene Sache gefunden wurde.

Das Gesetz verpflichtet übrigens jeden Finder, eine Fundsache abzugeben. Bei Geldbeträgen gilt aber eine Bagatellgrenze von zehn Euro. Was darüber liegt, muss auf jeden Fall abgegeben werden. Und in Düren reichen die gefundenen Beträge „zwischen Kleingeld und 500 Euro”, wie Ellen Stein berichtet. Der Leiter der Ordnungsamtes, Karl-Heinz Adels, weiß von einem Fall aus früheren Jahren, dass einmal sogar 10000 D-Mark im Fundbüro abgegeben wurden.

Dem Finder steht ein gesetzlicher Finderlohn zu: Bei bis 500 Euro fünf Prozent des Wertes, bei Werten, die darüber liegen, sind es immerhin noch drei Prozent.