Düren: Im Freiwilligen Zentrum helfen sich Flüchtlinge gegenseitig

Düren: Im Freiwilligen Zentrum helfen sich Flüchtlinge gegenseitig

„Warum nicht?“, dachte sich Kirstin Fuß-Wölbert. Die Fachfrau für Selbsthilfegruppen beim Paritätischen Wohlfahrtsverband in Düren engagiert sich seit längerer Zeit als Familienpatin ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe.

Während ihrer ehrenamtlichen Aufgabe kam ihr die Idee, dass eine Selbsthilfegruppe auch für Flüchtlinge ein sehr hilfreiches Instrument und Integrationsmittel sein könnte. Fuß-Wölbert: „Die Flüchtlinge könnten sich gegenseitig unterstützen und sich praktische Tipps geben, vielleicht sogar in ihrer Muttersprache oder auch in Englisch.“ Fragen, die immer wieder auftauchen, lauten etwa: „Wo erhalte ich einen Kindergartenplatz für meine Jüngsten, wo erhalte ich ärztliche Hilfe, wo und wie kann ich den Busfahrplan lesen?“

Ingrid Lensing (li.) und Kirstin Fuß-Wölbert suchen „Goldstücke“, Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Foto: Gudrun Klinkhammer

Zwei Gruppen brachte Fuß-Wölbert bereits auf den Weg, ein erstes Treffen fand jeweils Ende April statt. Veranstaltungsort war das alte Hotel „Zum Nachtwächter“ in Düren. Die neue Selbsthilfegruppe für albanisch sprechende Flüchtlinge besuchten auf Anhieb sieben Personen.

Fuß-Wölbert: „Allerdings wissen die Flüchtlinge zunächst gar nicht etwas mit der Idee der Selbsthilfe anzufangen.“

Die Personen, die kamen, dachten, sie würden jemanden treffen, der auf alle Fragen eine Antwort hat. Eine weitere Gruppe gibt es bereits für arabisch sprechende Mitbürger. Angedacht ist eine weitere Gruppe für Menschen aus Somalia und aus dem Iran. Fuß-Wölbert: „Was wir jetzt aber ganz dringend suchen sind Menschen, die bereit sind, eine derartige Selbsthilfegruppe ehrenamtlich zu leiten.“

Kenntnisse der englischen Sprache, bestenfalls der Muttersprache der Teilnehmer und vor allem auch Kenntnisse der Hilfslandschaft in Deutschland sind dabei von Vorteil. In diesem Zusammenhang stieß Kirstin Fuß-Wölbert auf Ingrid Lensing, 62 Jahre und Geschäftsführerin des Freiwilligen Zentrums Düren. Im Freiwilligen Zentrum erhalten Bürger, die ehrenamtlich tätig werden möchten, Beratung. Lensing: „Wir zeigen den hilfsbereiten Personen, die zu uns kommen, was es für sie alles für Möglichkeiten gibt und schauen, wer zu welcher Einrichtung passt, und das möglichst zeitnah.“

Denn Lensing hat erfahren: „Wenn es nicht weitergeht für die Menschen, die helfen möchten, dann sind sie gefrustet und gehen uns verloren.“ Ein neues Hilfsprojekt, das in diese Richtung in den kommenden beiden Jahren geht, trägt den Titel „Goldstücke“ und wird gefördert von der Aktion Mensch.

Lensing: „Ziel des Projekts ist es, für die Flüchtlinge und Migranten in der Stadt und im Kreis Düren zusätzliche Unterstützungsmöglichkeiten zu schaffen.“ Für Eins-zu-Eins-Patenschaften, für die Gestaltung der Freizeit von Flüchtlingen oder eben auch für die Leitung von Selbsthilfegruppen werden derartige „Goldstücke“ gesucht.

Suche nach „Goldstücken“

Weitere Informationen sowohl zu den Treffen als auch zu den gesuchten Gruppenleitern und „Goldstücken“ gibt es entweder bei der Selbsthilfekontaktstelle unter der Telefonnummer 02421/489211 oder beim Freiwilligen Zentrum Düren unter 02421/2600123.

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