Düren: Ihr Sport geht an die Grenzen: Ultraläuferin Désirée Sauren

Düren : Ihr Sport geht an die Grenzen: Ultraläuferin Désirée Sauren

Sportlich war Désirée Sauren schon immer. Als Kind hat sie beim Birkesdorfer Turnverein geturnt, später Volleyball gespielt und Aerobic gemacht. „Laufen“, sagt die 43-Jährige, „war mir aber eigentlich immer zu langweilig.“ Eigentlich. Vor einigen Jahren hat die passionierte Sportlerin festgestellt, dass Laufen eben doch genau ihr Ding ist.

„Mein Freund hat mich vor siebeneinhalb Jahren überredet, mit ihm Laufen zu gehen. Und da habe ich gemerkt, wie viel Spaß es mir macht. mich in der freien Natur zu bewegen.“

Désirée Sauren ist aber nicht einfach nur Joggerin, sie ist Ultraläuferin. Jetzt gerade in diesem Moment nimmt sie mit ihrem Freund Alexander Ibron am 100-Kilometer-Lauf in Biel in der Schweiz teil. Am Freitagabend um 22 Uhr sind die Läufer gestartet, 21 Stunden haben sie für die 100 Kilometer lange Strecke Zeit. Das ist aber noch längst nicht alles. An Pfingsten hat Sauren zum dritten Mal an der „TorTour de Ruhr“ teilgenommen und ist in 29,5 Stunden von Winterberg im Sauerland nach Duisburg im Ruhrgebiet gelaufen — das sind stolze 230 Kilometer.

„Es kommt weniger auf die Zeit an als darauf, anzukommen“, sagt Sauren. „Wenn man am Start steht, denkt man, dass das, was man vorhat, eigentlich nicht funktionieren kann. Wenn man am Ziel ankommt, hat man ein fast unbeschreibliches Gefühl, weil man es geschafft hat.“ Bei der „TorTour de Ruhr“ sind 106 Läufer bei der 230-Kilometer-Strecke an den Start gegangen, 59 sind am Ende ins Ziel gekommen. „Ultraläufe“, sagt Désirée Sauren, „sind immer eine Teamleistung. Man braucht Leute, die einen mit dem Fahrrad und dem Auto begleiten, weil man unterwegs die Kleider wechselt und natürlich auch essen und trinken muss.“

Gleichwohl würde man bei diesen Extremläufen sehr zu sich selbst finden. „Ultraläufe sind echt. Man muss es für sich machen.“ Beruf, Herkunft — all diese Dinge würden nicht zählen. „Man begegnet den anderen Läufern absolut auf Augenhöhe. Es gibt keine Unterschiede. Geld und Status spielen keine Rolle.“ Die Läufer seien völlig auf sich reduziert. „Es ist toll zu erfahren, was man nur mit seinem eigenen Körper erreichen kann.“ Darüber hinaus spielen auch Fairness und Hilfsbereitschaft bei den Ultraläufen eine große Rolle.

„Wenn ich einen anderen Läufer sehe, der meine Hilfe braucht, dann bekommt er die natürlich. Und umgekehrt ist das genauso.“ Natürlich kann man nicht 230 Kilometer ohne Pause im Laufschritt zurücklegen. „Aber man kann sich auch nicht zwischendurch ein Hotelzimmer nehmen“, sagt Sauren. „Man ist schon die ganze Zeit in Bewegung. So wie bei einer intensiven Wander- oder Radtour.“

Wirklich trainieren kann man den230 Kilometer langen Lauf natürlich nicht. Desirée Sauren schnürt drei- bis viermal in der Woche ihre Laufschuhe, ist beim Lauftreff des Birkesdorfer Turnvereins aktiv, spielt Volleyball und fährt gerne Fahrrad. „Vor großen Läufen intensiviere ich mein Training schon“, sagt Sauren. „Aber der Sport ist mein Hobby. Mir ist es wichtig, gesund anzukommen. Ich möchte kein gesundheitliches Risiko eingehen.“

Zwei Beobachtungen hat Désirée Sauren in Zusammenhang mit ihrem Sport gemacht: „Es sind viele Frauen, die Ultraläufe machen. Das liegt sicherlich daran, dass Frauen weniger schmerzempfindlich sind und einen langsameren Stoffwechsel haben.“ Insgesamt seien Ultraläufer nicht gerade wehleidig und sehr selten krank. „Das liegt vermutlich daran, dass wir uns sehr viel in der Natur bewegen.“

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