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I-Dötze fangen nicht mehr im ersten Schuljahr an

I-Dötze fangen nicht mehr im ersten Schuljahr an

Kreis Düren. Auf die einfache Frage „Na, Mareike, in welchem Schuljahr bist du denn?” gibt es für manchen I-Dotz ab dem nächsten Jahr keine einfache Antwort mehr.

Statt „Im ersten” wird man dann häufig „In der Flexiblen Schuleingangsphase” zu hören bekommen. Mareike wird dann genau erklären können, was das heißt, denn sie ist ja ein kluger Kopf.

Doch einige ihrer Klassenkameraden werden mit den Schultern zucken, weil sie nicht ausdrücken können, was das ist.

Und genau das ist der springende Punkt: Mit dem Schuljahresbeginn 2005 tragen die Grundschulen im Land NRW dem unterschiedlichen Entwicklungsstand der Erstklässler verstärkt Rechnung. So können sie die bekannten Jahrgangsklassen auflösen.

Statt erster Klassen, die samt und sonders von Schulneulingen besucht werden, gibt es altersgemischte Gruppen. Erst- und Zweitklässler werden dann in einem Raum von einem Lehrer unterrichtet.

Während leistungsstarke Kinder diese kombinierte erste und zweite Klasse in einem Schuljahr durchlaufen können, können sich andere bis zu drei Jahre Zeit lassen, um die Lernziele zu erreichen.

Dafür werden ihnen mit Blick auf die zehn Pflichtschuljahre aber nur zwei angerechnet. Schnelleres oder langsameres Lernen wird als „normal” akzeptiert, das nicht unproblematische Überspringen von Klassen soll vermieden werden.

Obwohl die neue Flexibilität erst ab dem Sommer 2005 verpflichtend ist, werden schon jene Schüler von der Reform betroffen sein, die 2004 eingeschult werden.

Wenn sie 2005 ins zweite Schuljahr kommen, könnten Erstklässler ihre Banknachbarn sein. Mehr noch: Da die Schulkindergärten 2005 abgeschafft werden, muss die Grundschule die Kinder fördern, denen attestiert wurde, noch nicht schulreif zu sein.

„Da kommt eine umfassende Schulreform auf uns zu. Doch bislang hat das Schulministerium die Rahmenbedingungen zur Umsetzung des neuen Modells noch nicht geschaffen: Weder gibt es entsprechende personelle, räumliche noch sachliche Mittel”, kritisiert Manfred Franz, Vorsitzender des Personalrates der Grund- und Hauptschullehrer beim Schulamt für den Kreis Düren.

Um die Qualitätsverbesserung erreichen zu können, fordert die hiesige Personalversammlung der Lehrerschaft Landtag, Landesregierung, Schulaufsicht und die Schulträger in einer Resolution auf, die Rahmenbedingungen für das Gelingen des Konzeptes zu schaffen.