Sekundarschule Nordeifel verabschiedet Rektorin und ersten Jahrgang

Sekundarschule Nordeifel : Ade für Schüler und Rektorin

Als Ulla Mertens am Freitag, ihrem allerletzten Arbeitstag, das Schulleitungsbüro der Sekundarschule Nordeifel in Kleinhau verließ, war sie 39 Jahre lang in diesem Gebäude tätig. Erst 33 Jahre als Lehrerin, Konrektorin und Rektorin der Gemeinschaftshauptschule Hürtgenwald, dann als erste Rektorin der 2013 gegründeten Sekundarschule.

Von einem lachenden und einem weinenden Auge möchte die 64-Jährige bei diesem Abschied in den Ruhestand aber nicht sprechen. Vielmehr wirkt sie rundum zufrieden: „Ich bin bis zum letzten Tag gern hier, aber jetzt ist es richtig für mich zu gehen. Gerade weil ich mit den ersten Entlassschülern gehe. Das macht die Sache für mich rund.“ Es war eine runde Sache, vor allem aber war es bis zum letzten Tag Pionierarbeit. Ein Hauch Aufbruch­stimmung und Neuland schwangen schließlich in jedem Schuljahr mit, weil Ulla Mertens und ihre Kollegen die neue Schulform von Null aufbauten. Das erste Kollegium, die ersten Schüler, die ersten Differenzierungen, die ersten Berufswahlvorbereitungen und nun die ersten Entlassschüler.

„Mein Vorteil war, dass ich in die Sache reingewachsen bin. Wir sind mit 13 Kollegen gestartet und haben Jahr für Jahr alles sukzessive aufgebaut“, lässt die Schulleiterin a.D. die vergangenen sechs Jahre Revue passieren. Herausfordernd war für sie vor allem die Arbeit an zwei Standorten. „Mit zuletzt 70 Kollegen und 700 Schülern war da einiges unter einen Hut zu kriegen.“ Diese Herausforderung begriff sie aber gleichzeitig als Chance, schließlich sei es für beide Standorte gut, eine Schule im Sekundarstufenbereich 1 zu haben. Für den Schulstandort Kleinhau hatte sich schon Mertens’ Vater, der lange politisch aktiv war, eingesetzt. Deshalb fiel ihr die Entscheidung, bei der Gemeinschaftshauptschule zu bleiben oder mit der Sekundarschule neues Terrain zu betreten, auch nicht besonders schwer.

An der Entstehung der Sekundarschule war sie von Anfang an beteiligt. Als im Oktober 2012 die Schulleiter gefragt wurden, wer sich vorstellen könnte, federführend ein Konzept zu erstellen, verständigte sich Ulla Mertens spontan per Augenkontakt mit Albert Rieger. Den damaligen Schulleiter der Elwin-Christoffel-Realschule Monschau kannte sie damals noch gar nicht. Trotzdem schlossen sich die beiden zusammen und wurden später Leiterin und Stellvertreter. Nachdem Rieger im Oktober 2018 in den Ruhestand ging, folgte ihm Melanie Müller. Wer den Posten von Ulla Mertens übernimmt, steht noch nicht fest. Man rechne damit, dass die Nachfolge bis zum Herbst geklärt sei, sagte sie.

Einige Themen werden natürlich auf dem Schulleitungsschreibtisch liegen bleiben – unter anderem eine Profilschärfung. „Wir denken zum Beispiel in Richtung Naturwissenschaften, Sport oder Musik. Außerdem läge uns eine sichere Dreizügigkeit in Simmerath am Herzen“, meint Mertens. Diese weiteren Entwicklungen wird die Kleinhauerin dann aus dem Ruhestand verfolgen. Und wie verbringt sie den? „Der Plan ist, keinen Plan zu haben. Ich denke an lesen, reisen, Sport, möchte intensiver Zeit mit Familie und Freunden verbringen, habe aber bewusst keinen konkreten Plan.“