Motocross: Rennwochenende beim MSC Kleinhau

Rennwochenende beim MSC Kleinhau : Mit 90 Stundenkilometern über die Piste brettern

Es ist laut, staubig, und es stinkt mächtig nach Benzin: Der MSC Kleinhau hatte zu seinem 106. Rennwochenende auf die Rennstrecke am Raffelsberg eingeladen – und rund 9500 Menschen waren dieser Einladung gefolgt.

Fahrer, Zuschauer, aber auch unzählige ehrenamtliche Helfer waren beim Rennwochenende mit von der Partie. Bereits zum 30. Mal fand am Freitag das legendäre Flutlichtrennen statt. Mit einer Rekordbeteiligung zum Geburtstag.

500 Fahrer – der älteste war 83 Jahre alt und einer war eigens aus Australien angereist – gingen zum Auftakt des Rennwochenendes auf die Piste und genossen die außergewöhnliche Atmosphäre. „Ein Flutlichtrennen dieser Größenordnung“, sagte Adrian Braun, Vorsitzender des MSC Kleinhau, „gibt es nur einmal, nämlich bei uns. Ich kenne noch eins in Frankreich, aber das ist viel kleiner. Die Atmosphäre ist einfach einzigartig. Und das lockt natürlich viele Fahrer und auch viele Zuschauer an.“

Einer, der am Wochenende gleich drei Rennen gefahren und auch beim Flutlichtrennen an den Start gegangen ist, war Christian Schweitzer aus Drove, Sportleiter beim MSC Kleinhau. „Die Kulisse ist grandios,“ sagte er. „Die Fahrer vom MSC Kleinhau tragen spezielle Vereinstrikots, so dass sie von den Zuschauern natürlich besonders angefeuert werden. Wir hatten am Freitag 6500 Zuschauer. Wenn die jubeln, ist das ein unbeschreibliches Gefühl.“ Auch sportlich sei gerade das Flutlichtrennen eine besondere Herausforderung. Schweitzer: „Weil es dunkel ist, kann man natürlich von der Strecke nicht so viel sehen. Das macht es schwieriger. Aber es macht auch den Heimvorteil noch einmal viel größer, weil ich die Strecke wie meine Westentasche kenne und Gas geben kann, wo andere sich das vielleicht nicht unbedingt trauen.“

Während am Samstag und Sonntag in Kleinhau Rennläufe der Deutschen Amateurmeisterschaft mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 90 Stundenkilometern austragen wurden, standen beim Flutlichtrennen die Oldtimer im Vordergrund.

„Die ältesten Maschinen“, erklärte  Guido Barth, „waren aus den 1950er Jahren. Das bedeutet aber nicht, dass das Flutlichtrennen eine Spaßveranstaltung ist, Das Gegenteil ist der Fall: Alle wollen auch gewinnen.“ Ein besonders erbittertes Duell lieferten sich in der Gespann-Klasse die Teams Christian Hentrich/Stefan Effertz und Tobias Lange/Jan Hendrickx vom MSC Kleinhau. Hendrickx, Weltmeister aus Belgien, war wie berichtet für den verletzten Tim Prümmer eingesprungen. Klar, dass das zweite MSC-Gespann den WM-Sieger unbedingt schlagen wollte. „Es war ein absolut spannendes Duell“, betonte Barth. „Und am Ende hatten Hentrich und Effertz auch wirklich die Nase vorn.“

Mehr als 300 Helfer

Möglich ist so ein Rennwochenende nur, weil mehr als 300 ehrenamtliche Helfer am Wochenende am Start waren. Guido Barth: „Die meisten sind Vereinsmitglieder von uns, aber wir bekommen auch sehr viel Unterstützung von den Ortsvereinen der Umgebung. Das ist wirklich sehr schön.“

Eine besondere Aufgabe hatte dabei Franz-Georg („Män“) Simons. Er hat mit seinem Team dafür gesorgt, dass die rund anderthalb Kilometer lange Rennstrecke immer ausreichend bewässert war.

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