Raffelsbrand: Hürtgenwald: Hochseilgarten erhält Preis für biologische Vielfalt

Raffelsbrand: Hürtgenwald: Hochseilgarten erhält Preis für biologische Vielfalt

Der Hochseilgarten kann an seinem Eingang an der B 399 nun mit einem neuen Hinweis werben: Seit dieser Woche ist er als offizielles Projekt „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet.

Das Angebot in Raffelsbrand unterscheide sich von andern Kletterparks, weil es „Bewegung und Naturerlebnis verbindet“, begründete Karsten Dufft. Er ist eines von acht Mitgliedern der Jury, zu der unter anderem noch ein Mitglied des Bundesumweltministeriums zählt.

Die verschiedenen Parcours im Hochseilgarten werden zu einem Naturerlebnis, weil an einigen Stellen in bis zu 14 Metern Höhe Infotafeln über den Wald und seine Tiere — wie die Eule — angebracht sind. „Eine innovative und vorbildliche Idee“, lobte Dufft bei der Preisvergabe. Mit dem Titel kann der Hochseilgarten nun zwei Jahre für sich werben. Die Vereinten Nationen (UN) verleiht die Auszeichnung seit 2011 und bis 2020 wöchentlich an Projekte, die „sich in besonderer Weise für die Erhaltung, Nutzung oder Vermittlung der biologischen Vielfalt“ einsetzt.

Konrad Hecker nahm die Auszeichnung am Dienstag entgegen. Und das sichtlich stolz, weil die Gründung des Hochseilsgarten vor der Eröffnung 2010 „nicht ganz so einfach war“. Betreiber ist nämlich das Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde, also dem Landesbetriebs Wald und Holz untergeordnet. Da es sich also um eine Behörde handelt, war das Projekt nicht wie ursprünglich gehofft als LEADER-Projekt förderfähig. Nun steht der Hochseilgarten dennoch seit rund sieben Jahren und lockt jährlich an die 10.000 Besucher an. Ungeachtet der Zahlen betont Hecker, dass die Wirtschaftlichkeit des Hochseilgartens nicht im Vordergrund stehe. „Die einzige Bedingung ist, dass wir keine roten Zahlen schreiben.“

Die meisten Besucher sind zwischen neun und 13 Jahren alt, zwischen 150 und 200 Kindergeburtstage würden pro Jahr in der Saison zwischen März und Oktober dort gefeiert. „Deswegen verstehen wir uns auch als soziale Einrichtung“, meint Hecker.

Ein Kilometer Seilbahn

Acht Parcours mit 110 Einzelelementen — eingeteilt in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade — ziehen sich durch die Baumreihen. Inbegriffen ist gut ein Kilometer Seilbahnstrecken. An einem Teil des Parks wird derzeit noch getüftelt, wann dieser zugänglich ist, steht noch nicht fest. Darüber hinaus wird der Park in der nahen Zukunft jedoch nicht mehr.

Abgesehen von Kindergeburtstagen nutzen Schulklassen den Hochseilgarten, der früher unter der Bezeichnung „Höhenerlebnispfad Raffelsbrand“ firmiert hat. Astrid Schöller-Frings ist Schulsozialarbeiterin und Trainerin, die die Schüler dabei begleitet. Sie erklärt: „Die Kinder und Jugendlichen erkennen hier, wenn sie in der Höhe Aufgaben lösen sollen, ihre Schwächen oder neue Stärken. Sie zeigen hier Seiten, die auch die Lehrer bis dato nicht kannten.“

Am Tag der Preisvergabe trainierten die Höhenretter Aachen in den Parcours, und für zwei Stunden nutzten die Powervolleys den Hochseilgarten „in der isolierten Vorbereitung als Teambuilding-Maßnahme“, wie Trainer Stefan Falter erklärte. „Die Spieler sollen ihre Koordination trainieren, Grenzerfahrungen erleben und gegenseitiges Vertrauen aufbauen.“

(cro)