Großhau: Hubertus-Schützen freuen sich über 1400 Besucher

Großhau : Hubertus-Schützen freuen sich über 1400 Besucher

Von diesem Anblick waren selbst die äußerst bühnenerprobten Gäste überrascht. „Wir kommen gerade aus Nippes, aber hier ist ja noch viel mehr los“, begrüßten die „Räuber“ ihre Fans beim Open-Air-Konzert am Dorfgemeinschaftshaus Großhau. Trotz fortgeschrittener Stunde standen fast 1400 Menschen vor der Bühne, um mit den „Räubern“ den Höhepunkt des „Schützenfestivals“ zu feiern.

Zuvor hatten Mundartbands aus Köln und der Region den Großhauern und ihren Gästen kräftig eingeheizt.

Eisbrecher? Von wegen: „Das ist Erste Liga“, freute sich Stefan Nepomuck von den „Bremsklötz“ über die tolle Resonanz des Publikums. Foto: Johnen

Für das Motto des Abends hatten sich die gastgebenden St.-Hubertus-Schützen von einem Lied der „Räuber“ inspirieren lassen: „Das es Heimat!“ Klar, dass bei diesem Lied die Post noch einmal so richtig abging.

Langeweile herrschte an diesem Abend aber zu keiner Stunde. Dürens älteste Boygroup, die „Bremsklötz“, eröffnete den musikalischen Reigen. Gerne wird die erste Gruppe des Abends auch als Eisbrecher bezeichnet, doch in Großhau waren die Feiernden nach einem Kickstart direkt auf Betriebstemperatur. „Das ist Erste Liga, was ihr hier spielt“, freuten sich die „Bremsklötz“ über ein absolut feierfreudiges und vor allem auch textsicheres Publikum. Eine Erfahrung, die nacheinander auch die „Domstürmer“, „RhingBloot“ und „Zack“ machen durften.

Besucher aus halb NRW

Der Auftritt der „Räuber“, die einen bunten musikalischen Blumenstrauß aus ihren größten Stimmungshits und Stücken des aktuellen Albums präsentierten, war zweifelsohne der Höhepunkt eines tollen Abends. Doch die Großhauer und ihre Gäste ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass auch die anderen Bands den richtigen Ton getroffen hatten. Alles in allem ein Abend „met Hätz un Siel“, für den die Gäste nicht nur aus der Gemeinde Hürtgenwald und der Eifel, sondern als halb NRW nach Großhau gekommen sind.

Für die Schützen war das „Festival“ am Schützenfest-Samstag ein großer Versuch. Die Bruderschaft stand vor der Entscheidung, das Schützenfest entweder zu den Akten zu legen — oder einen ganz neuen Ansatz zu finden, wieder Menschen für die Brauchtumspflege gewinnen zu können. „Die Resonanz war super positiv“, freute sich Brudermeister Dietmar Weber schon früh am Abend über den Zuspruch. Wohl kaum jemand hatte damit gerechnet, dass annähernd 1400 Karten verkauft würden.

Weber: „So viele Menschen hatten wir noch nie in Großhau.“ „Bei 600 Einwohnern ist das schon gewaltig“, fügte Großhaus Ortsvorsteher Helmut Steinbrecher erfreut hinzu. Die Organisatoren, die von vielen Helfern aus anderen Vereinen unterstützt worden sind, hatten auch einen Shuttle-Service eingerichtet, um die Gäste am sehr frühen Sonntagmorgen in Richtung Heimat bringen zu können.

Auch wenn die endgültige Bilanz des Schützenfestes noch aussteht: Für Dietmar Weber ist heute schon klar, dass der eingeschlagene Weg genau der richtige ist. „Wir haben schon ein paar Überlegungen angestellt, wie wir im kommenden Jahr das Programm gestalten können“, verriet er. Die in diesem Jahr gemachten Erfahrungen sollen in das Konzept einfließen. Das Motto dürfte aber schon stehen: „Dat es Heimat 2.0“.

(sj)
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